Schöne, heile Alpenwelt – nur ein Klischee?
Die Alpen - Europas größtes Gebirgsmassiv - verkörpern unbändige Natur und sind Sommer wie Winter zu einem attraktiven Freizeitparadies geworden. Mit ca. 120 Millionen Feriengästen sind die Alpen eine der größten Tourismusregionen der Welt. Denn in den Ferien sucht man das Ursprüngliche und beneidet die dort Einheimischen um ihre „natürlichen“ Lebensbedingungen. Aber kaum einem Besucher ist bewusst, dass in der Alpenregion 13 Millionen Menschen leben.
Während in den Tälern die Städte unaufhörlich wachsen, entvölkern sich wenige Kilometer weiter ganze Landstriche. Diese Regionen, verkörpern aber genau das Idealbild der Alpen: Graswiesen an steilen Hängen, Kuhweiden und Almen. Diese Flächen landwirtschaftlich zu nutzen ist aber weder lukrativ noch komfortabel. Bleiben sie ungenutzt, entsprechen sie nicht mehr den touristischen Vorstellungen vom Alpenidyll. Ein Dilemma, das für viele Alpenbewohner sehr oft mit einem Umzug ins Tal mit einem bequemeren Leben mündet.
Dort wo sich die Menschen der Landflucht widersetzen, ist es meist ein zäher Kampf ums wirtschaftliche Überleben. Oftmals wird der Tourismus zur einzigen Einnahmequelle. Die Folgen für die Kulturlandschaft der Alpen sind unübersehbar. Nicht selten zeigt sich mit gewaltigen Hotelkomplexen und zu Skipisten degradierten Hängen die hässliche Seite der Urlaubsparadiese. Doch es gibt alternative Entwicklungen.
Dörthe und Pierre machen sich heute auf ins Lötschental, einem der schönsten Walliser Täler und UNESCO-Welterbe. Mit sanftem Tourismus, im Einklang mit Natur und heimischer Kultur wehren sich hier die Bewohner gegen den Zerfall.
Erstausstrahlung am 28.11.2011
X:enius
Informationen zur Sendereihe X:ENIUS
X:enius ist das neue Wissensmagazin auf ARTE, das von Montag bis Freitag jeweils um 8.25 Uhr, 13.00 Uhr und um 17.55 Uhr ausgestrahlt wird. Abwechslungsreich und spielerisch handelt es sich um Roadmovie, Schatzsuche und Wissenschaftssendung zugleich.
In 26 Minuten Sendezeit führt eine klare Fragestellung zu einem alltagsbezogenen Thema wie ein roter Faden durch die Sendung.
Das Wissensmobil räumt dem Moderatorenpaar auf ihrer Tour durch Europa die Flexibilität ein, Experten aufzusuchen, Naturphänomene direkt vor Ort zu beobachten und spielerische Experimente am Platz durchzuführen.
Informationen zu den Moderatoren
Dörthe Eickelberg
Jetzt-Moderatorin und Eigentlich-Regisseurin, hat mit dem Dokumentarfilm ihre Neugier zum Beruf erklärt. So suchte sie ganz Island nach Elfen ab (was schwierig ist, da diese unsichtbar sind) und diplomierte damit an der Filmakademie. Der Film lief auf Festivals von Amerika bis Zimbabwe, und Dörthe lief hinterher. Parallel arbeitete sie als Live- Moderatorin, und um sich weiter abzuhärten, ging sie nach Kanada und erzählte in der Öffentlichkeit Witze. Es folgten Deutschland-Touren mit Kabarettisten, Samstags-Auftritte in Berliner Improvisationstheatern und 4 Minuten WDR Poetry Slam. Als sie dann in Handarbeit die Internet-Satiren "Be Berliner!" bastelte, war sie von X:enius nur noch einen Mausklick entfernt.
Pierre Girard
ist der Franzose in der Xenius-Truppe. Der gebürtige Elsässer wollte schon als Kind Journalist werden und begeisterte sich vor allem für Wissenschafts- und Umweltthemen. Vier Jahre lang berichtete er über die Aktivitäten des Weltraumbahnhofs in Kourou, Französisch-Guyana. Seit 2006 arbeitet er als Korrespondent für französische Printmedien und Fernsehsender in Berlin. Auch im X:enius-Mobil ist er nie ohne die beiden typischen Attribute des Reporters - Notizblock und Kaffeetasse – zu sehen.






