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Flash ist Pflicht!

Amateure der Wissenschaft

ARTE Di 20.07.10, 08:45 Uhr

Es sind nicht immer Profis, sprich ausgebildete Forscher, die die Wissenschaft vorantreiben. Manchmal gibt es auch Amateure, die ihre Hobbys und Leidenschaften so weit treiben, dass sie bahnbrechende Entdeckungen machen. Dabei lieben die Profis die Hobbyforscher nicht immer. Archäologen sehen beispielsweise die Arbeit von Feierabend-Ausgräbern oft kritisch. Andere Disziplinen wie die Astronomie sind geradezu angewiesen auf Hobbyforscher, die den Sternenhimmel auf bisher noch unbekannte Kometen durchkämmen. X:enius erzählt drei Geschichten solcher Amateure und ihrer Entdeckungen.

X:enius ist zu Gast beim Kometenjäger David Levy. Die Liste seiner Entdeckungen ist lang: 22 Kometen und mehr als 150 Asteroiden hat er bis jetzt im Himmel erspäht. Dabei hat der 49jährige nie einen einzigen Kurs in Astronomie belegt. Seinen größten Erfolg errang er 1993, als er auf Einladung des Geologen und Astronomen Eugene Shoemaker dessen Kometensuche am Palomar Observatory in Kalifornien unterstützte. Zusammen entdeckten sie den Kometen Shoemaker-Levy 9, der 1994 spektakulär in mehreren Bruchstücken auf den Jupiter stürzte.

X:enius erinnert an einen sensationellen archäologischen Fund, den zwei Kölner Hobbyausgräber im Jahr 1965 machten. Bei Umbauarbeiten im Keller ihres Wohnhauses stießen sie auf die Überreste eines fast 2000 Jahre alten römischen Grabmals. Für eine professionelle Bergung der Marmorquader fehlte der Stadt Köln allerdings das Geld. Trotz Grabungsverbot machten sich die Brüder heimlich an die Arbeit. Heute steht ihr Fund – das Grabmal des Poblicius – im Museum und gehört zum Pflichtprogramm der Köln-Touristen.

Auch Paläontologen sind manchmal auf die Hilfe von Amateuren angewiesen. Wenn Holger Lütkes Schicht am Fließband der VW Werke in Wolfsburg zu Ende geht, zieht er mit Hammer und Meißel in einen Kalksteinbruch in Niedersachsen. Abend für Abend durchwühlt er Tonnen von abgesprengtem Gestein nach Überresten aus einer Zeit, als Deutschland noch fast ganz unter Wasser lag. Und fand tatsächlich eine Sensation: Mini-Dinos. Jetzt heißt die kleinste Art der normalerweise gigantischen Sauropoden nach ihm: Europasaurus holgeri.

X:enius

Informationen zur Sendereihe X:ENIUS

X:enius ist das neue Wissensmagazin auf ARTE, das von Montag bis Freitag jeweils um 8.25 Uhr, 13.00 Uhr und um 17.55 Uhr ausgestrahlt wird. Abwechslungsreich und spielerisch handelt es sich um Roadmovie, Schatzsuche und Wissenschaftssendung zugleich.

In 26 Minuten Sendezeit führt eine klare Fragestellung zu einem alltagsbezogenen Thema wie ein roter Faden durch die Sendung.

Das Wissensmobil räumt dem Moderatorenpaar auf ihrer Tour durch Europa die Flexibilität ein, Experten aufzusuchen, Naturphänomene direkt vor Ort zu beobachten und spielerische Experimente am Platz durchzuführen.
 

Informationen zu den Moderatoren

Dörthe Eickelberg

Jetzt-Moderatorin und Eigentlich-Regisseurin, hat mit dem Dokumentarfilm ihre Neugier zum Beruf erklärt. So suchte sie ganz Island nach Elfen ab (was schwierig ist, da diese unsichtbar sind) und diplomierte damit an der Filmakademie. Der Film lief auf Festivals von Amerika bis Zimbabwe, und Dörthe lief hinterher. Parallel arbeitete sie als Live- Moderatorin, und um sich weiter abzuhärten, ging sie nach Kanada und erzählte in der Öffentlichkeit Witze. Es folgten Deutschland-Touren mit Kabarettisten, Samstags-Auftritte in Berliner Improvisationstheatern und 4 Minuten WDR Poetry Slam. Als sie dann in Handarbeit die Internet-Satiren "Be Berliner!" bastelte, war sie von X:enius nur noch einen Mausklick entfernt.


Pierre Girard

ist der Franzose in der Xenius-Truppe. Der gebürtige Elsässer wollte schon als Kind Journalist werden und begeisterte sich vor allem für Wissenschafts- und Umweltthemen. Vier Jahre lang berichtete er über die Aktivitäten des Weltraumbahnhofs in Kourou, Französisch-Guyana. Seit 2006 arbeitet er als Korrespondent für französische Printmedien und Fernsehsender in Berlin. Auch im X:enius-Mobil ist er nie ohne die beiden typischen Attribute des Reporters - Notizblock und Kaffeetasse – zu sehen.

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