Wahlsignale aus dem Südwesten: Kann Merkel jetzt durchregieren
Wahlsignale aus dem Südwesten: Kann Merkel jetzt durchregieren?
Quergefragt am 29.03.06
Für die Berliner Oppositionsparteien war der letzte Wahlsonntag ein Debakel. Die Linkspartei PDS konnte sich trotz größter Anstrengungen im Westen nicht etablieren, die Grünen sind in Rheinland-Pfalz nicht einmal mehr im Landtag vertreten, und die FDP fliegt - trotz Stimmengewinnen im Südwesten - aus zwei Landesregierungen. Letzteres hat zur Folge, dass schwarz-rot jetzt auch im Bundesrat über eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit verfügt, also völlig frei agieren könnte. Ohne wahltaktische Zurückhaltung üben zu müssen, kann die Merkel-Regierung nun endlich die anstehenden Reformprojekte anpacken, die weitere Belastungen für die Bürger mit sich bringen. Auch wenn die Große Koalition nach den Wahlerfolgen vom Wochenende gestärkt in die politische Auseinandersetzung um Konzepte und Ideen gehen und Störmanöver von der Opposition gelassen abfedern kann, bleibt dabei ein Problem bestehen: die zum Teil unterschiedlichen inhaltlichen Positionen der Regierungspartner. Bestes Beispiel dafür: das Thema Gesundheitsreform. Schon befürchten Kritiker, dass sich die Koalition hier auf einen verquasten Kompromiss einigen wird, der kurzfristig zwar dem Koalitionsfrieden, langfristig aber nicht dem Bürger dient. Auch bei der Reform der Abgeordnetendiäten und -pensionen kann nun schadlos durchregiert werden. Automatische Erhöhungen der Bezüge sind da im Gespräch, die üppigen Pensionen sollen unangetastet bleiben. In Zeiten, in denen den Menschen ständig neue Abgaben zugemutet werden, ein mutiger Schritt - in eigener Sache. Den Wählern bleibt da nur die öffentliche Empörung über die Selbstbedienungsmentalität ihrer Volksvertreter. Schadet es Deutschland, dass die Opposition so schwach ist? Wird die Gesundheitsreform wirklich für neue Strukturen sorgen, oder wieder nur neues Geld ins alte System pumpen?
Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring live aus dem Staatstheater Mainz mit:
Hubertus Heil, SPD, Generalsekretär
Rainer Brüderle, FDP, Vizechef
Rezzo Schlauch, Bündnis 90/Die Grünen, Berater des Energiekonzerns EnBW
Prof. Dr. Gertrud Höhler, Beraterin von Wirtschaft und Politik
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




