TOP THEMA - Angst vorm Abstieg: Wo bleibt die Gerechtigkeit
TOP THEMA - Angst vorm Abstieg: Wo bleibt die Gerechtigkeit?
Jung gegen alt - arm gegen reich - Arbeitsplatzbesitzer gegen Arbeitlose
Droht unserer Gesellschaft beim Thema "Gerechtigkeit" die Spaltung?
Immer mehr Rentner, immer weniger Kinder. Viele Senioren zeigen für Nullrunden und Minimalerhöhungen kein Verständnis. Erst recht, wenn sie ein Leben lang hart dafür gearbeitet haben. Bald werden die Alten die Mehrheit in der Gesellschaft stellen - ein Machtfaktor.
Auf der anderen Seite stehen junge Berufstätige, deren gesetzliche Rente nicht mehr ausreichen wird. Schon heute sind sie mit immer höheren Sozialabgaben und Steuern konfrontiert. Gleichzeitig gilt gerade für die Jungen: Wer heute nicht zusätzlich privat vorsorgt, dem droht im Alter die Armut. Die alten Sozialsysteme stehen vor der Zerreißprobe.
Müssen Arme deshalb früher sterben? Müssen viele immer öfter auf Urlaub verzichten, während andere bei immer weiter steigendem Vermögen in Saus und Braus leben?
Stehen sich in den Städten bald Armenviertel und "bewachte Wohnzonen" gegenüber wie heute bereits in vielen Metropolen der Dritten Welt?
Familien kämpfen ums Überleben. Wer Kinder großzieht, hat immer höhere finanzielle Lasten zu stemmen und ist im Konkurrenzkampf um Arbeitsplätze oft benachteiligt. Statistiken zeigen: Kinder aus armen Familien verlieren bei der Bildung immer mehr den Anschluss.
Im Zeitalter der Globalisierung sind Jobs längst nicht mehr sicher - selbst in Unternehmen, die satte Gewinne machen. Mit Unverständnis nehmen Arbeitnehmer zur Kenntnis, wie sich Manager die Taschen vollgestopft haben. "Leistung muss sich lohnen" hieß es lange. Doch wie viel Gerechtigkeit steckt darin noch, wenn selbst gescheiterte Unternehmensführer nach ihrem Ausscheiden mit hohen Abfindungen, kostenloser Sekretärin und Dienstwagen zum Nulltarif belohnt werden?
Die einen sahnen ab, die anderen zahlen drauf. Während die einen von hohen Erbschaften leben, manchmal ohne selbst jemals gearbeitet zu haben, sind die anderen auf Armenspeisung an sogenannten "Tafeln" angewiesen.
Geht die Einkommensschere künftig noch weiter auseinander?
Werden moderne Tagelöhner und Wanderarbeiter mit Lohndumping dem klassischen Stellenbesitzer den Rang ablaufen, selbst in Branchen, in denen man es heute nicht vermutet?
Gibt es überhaupt noch einen Grundkonsens, was Gerechtigkeit bedeutet?
Darüber diskutieren Anke Hlauschka und Dr. Michael Zeiß live aus dem Kulturwerk in Stuttgart mit:
Frank Bsirske
Bundesvorsitzender der Gewerkschaft ver.di
Hans Rudolf Wöhrl
Unternehmer und Aufsichtsratsvorsitzender der Rudolf Wöhrl AG
Prof. Friedhelm Hengsbach
Sozialethiker
Oswald Metzger
CDU-Politiker
Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen
Finanzwissenschaftler
und weiteren interessanten Gesprächsgästen
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




