Tabu Demenz: Warum vernachlässigen wir unsere Alten
Tabu Demenz: Warum vernachlässigen wir unsere Alten?
Quergefragt am 4. Juni 2008, 20.15-21.00 Uhr live im SWR Fernsehen
Dement sein, das heißt: sein Leben vergessen, seine Welt und sich selbst verlieren. Der Weg dorthin ist schmerzhaft für den Patienten und seine Angehörigen. Unsicherheit, Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit und manchmal auch Aggressivität kennzeichnen den Krankheitsverlauf. Viele Angehörige sind mit der Pflege eines Demenzkranken überfordert und auch die meisten Pflegeheime sind auf solche Patienten nicht oder nur unzureichend eingestellt. Dabei steigt ihre Zahl ständig, denn die Deutschen werden immer älter, und je älter ein Mensch wird, desto höher ist sein Risiko, an Demenz zu erkranken. Mit der Reform der Pflegeversicherung hat die Bundesregierung diesem Problem zum ersten Mal Rechnung getragen und mehr Geld für die Versorgung Demenzkranker bereitgestellt.
Ein erster, allerdings ? angesichts der Größe des Problems ? ein zu bescheidener Anfang, sagen Kritiker und monieren, dass es sowohl in der Pflege als auch in der Arzneimittelforschung noch immer riesige Defizite gebe. Wieso bekommen Angehörige nicht mehr Unterstützung für die Pflege zu Hause?Hat die Pflegereform Verbesserungen für Demenzkranke und ihre Angehörigen gebracht? Weshalb verdrängen wir das Problem Demenz, obwohl es jeden von uns treffen kann?
Über diese und andere Fragen diskutiert Moderatorin Birgit Wentzien am 4. Juni live in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin mit:
Marion Caspers-Merk, SPD, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium
Prof. Hans Gutzmann, Facharzt für Nervenheilkunde und klinische Geriatrie, ärztlicher Direktor des Klinikums Hedwigshöhe in Berlin
Gottlob Schober, SWR-Journalist und Autor des Buches "Im Netz der Pflegemafia"
Ilse Biberti, Schauspielerin und Regisseurin, die ihren an Demenzerkrankten Vater pflegte und ihre Erfahrungen im Buch "Hilfe, meine Eltern sind alt" beschrieben hat
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




