Sichere Jobs und trotzdem Streik: unverschämt oder unvermeidbar
Sichere Jobs und trotzdem Streik: unverschämt oder unvermeidbar?
Eltern stehen mit ihren Kindern vor verschlossenen Kindergärten, Mülltonnen quellen über, Ämter bleiben geschlossen. Der öffentliche Dienst streikt zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder und legt damit das öffentliche Leben in Baden-Württemberg lahm. Der Grund: Städte und Kommunen wollen, dass ihre Bediensteten in Zukunft 40 Stunden in der Woche arbeiten, also anderthalb Stunden mehr als bisher.
Gegen diese Mehrarbeit ohne Lohnausgleich regt sich beim Beamtenbund und den Arbeitnehmervertretern Widerstand. Vor allem macht die Gewerkschaft ver.di jetzt mobil. Seit Montag wird gestreikt. Der öffentliche Dienst habe schon zu viele Opfer gebracht. Außerdem seien durch die Mehrarbeit mehrere tausend Stellen in Gefahr. Für solche Argumente haben die öffentlichen Arbeitgeber kein Verständnis. Wer in diesen Zeiten einen so sicheren Job wie im öffentlichen Dienst habe, könne wohl 18 Minuten Mehrarbeit am Tag verkraften. Der Streik bestrafe die Bürger, die mit ihren Steuergeldern schließlich die Gehälter der Staatsdiener bezahlten.
Im Moment zeigt keine Seite Kompromissbereitschaft. Dabei ist der Streik in Baden-Württemberg erst der Anfang, mehrere andere Bundesländer stehen ebenfalls kurz vor einem Arbeitskampf in den Kommunen und auch der öffentliche Dienst der Länder rüstet sich für den Ausstand.
Ein Streik im öffentlichen Dienst: der pure Luxus angesichts von fünf Millionen Arbeitslosen?
Kann ver.di Deutschland lahm legen?
Müssen öffentlicher Dienst und Beamtentum ganz abgeschafft werden?
Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring live im Mainzer Staatstheater mit:
Dr. Thilo Sarrazin
SPD, Finanzsenator in Berlin, Arbeitgeber des öffentlichen Diensts,
Alfred Wohlfart
Streikführer der Gewerkschaft ver.di Baden-Württemberg,
Oswald Metzger
Bündnis 90/Die Grünen, Wirtschaftsexperte und Publizist,
Volker Stich
Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes Baden-Württemberg
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




