Schlammschlacht in Bayern: Stoibers langer Abschied!
Schlammschlacht in Bayern: Stoibers langer Abschied!
Die Lawine ist losgetreten, und es scheint kein Halten mehr zu geben. Was vor wenigen Wochen als bayerische Provinzaffäre um das vermeintliche Ausspionieren einer Parteikritikerin, der Fürther Landrätin Gabriele Pauli, begann, droht jetzt Deutschlands mächtigsten Ministerpräsidenten unter sich zu begraben. Edmund Stoiber in freiem Fall: Rund 70 Prozent der Bayern wollen ihn nach den nächsten Wahlen nicht mehr als Landesvater haben, die absolute Mehrheit der CSU steht erstmals seit 40 Jahren auf der Kippe – die Umfragen sprechen eine klare Sprache. Auch an der Basis der Bayernpartei brodelt es gefährlich, und in der einflussreichen Landtagsfraktion formiert sich unüberhörbar der Ruf: Stoiber muss weg. Dabei wollte er es 2008 noch einmal allen Kritikern zeigen und sich bereits diese Woche in Kreuth von seiner Partei als Spitzenkandidat küren lassen. Das ist gründlich schief gegangen. Statt dessen ist die Schlammschlacht um die Macht in Bayern eröffnet: Da wird taktiert und paktiert, nach innen Solidarität beschworen und nach außen Indiskretes gestreut – wie jetzt etwa eine angebliche außereheliche Affäre des potentiellen Stoiber-Nachfolgers Horst Seehofer.
Wie hat es so weit kommen können? Schließlich hat Stoiber Bayern zu einem der wirtschaftlich potentesten Bundesländer gemacht, und es ist noch keine vier Jahre her, dass er mit einer satten Zweidrittelmehrheit einen historischen Wahlsieg einfahren konnte. Aber das hat weiß-blaue Tradition, sagen CSU-Kenner. Nichts sei beim Parteivolk so flüchtig wie der Erfolg. Kann Stoiber den Intrigantenstadl beenden und zumindest noch einen starken Abgang hinbekommen?Nach Kreuth: Wie lange kann sich Stoiber noch an der Macht halten? Warum kleben Politiker so oft an Posten? Beschädigt die CSU-Krise auch die Berliner Koalition?
Über diese und andere Fragen diskutiert Anke Hlauschka im Staatstheater in Mainz u.a. mit:
Maria von Welser, Landesfunkhausdirektorin NDR und ehem. Moderatorin "ML-Mona Lisa"
Heiner Geißler, CDU, ehemaliger Generalsekretär
Wilfried Scharnagl, Journalist, ehemaliger Chefredakteur des „Bayernkurier“
Michael Stiller, Journalist und Buchautor "Edmund Stoiber-Der Kandidat"
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




