Quergefragt - Neonazis marschieren, Politiker lamentieren: Hilflos gegen Rechts
Neonazis marschieren, Politiker lamentieren: Hilflos gegen Rechts?
Am Wochenende war es wieder soweit. Den Gedenktag an die Bombardierung von Dresden vor 60 Jahren am vergangenen Sonntag überschattete ein Aufmarsch von rund 5000 Neonazis, angereist aus dem gesamten Bundesgebiet - vorläufiger Höhepunkt einer gezielten Öffentlichkeitskampagne deutscher Rechtsradikaler. Die etablierten Parteien reagierten erwartungsgemäß empört, mit Appellen und Ermahnungen.
Statt sich auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die Neonazis zu einigen, gibt es nicht erst im Umfeld des Dresdner Gedenktages innenpolitisch vor allem Schuldzuweisungen. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber macht Bundeskanzler Schröder für das Erstarken der NPD verantwortlich, denn die unter Rot-Grün immer weiter steigende Arbeitslosigkeit treibe die Menschen verstärkt in die Arme rechter Rattenfänger.
Schröder seinerseits warnt davor, Weimarer Verhältnisse heraufzubeschwören. Sein Plan: Mit einer gesetzlichen Einschränkung des Versammlungsrechts sollen symbolträchtige rechte Aufmärsche verhindert werden. Parteiübergreifend liebäugeln inzwischen viele Politiker mit diesem Vorschlag, zumal alle die Angst eint vor Bildern von einem Nazimarsch durchs Brandenburger Tor am 8. Mai, dem 60. Jahrestag des Kriegsendes. Viele Kritiker freilich verfolgen die Reaktionen der etablierten Parteien auf die rechten Aktivitäten mit Skepsis. Ihre Sorge: Mit Appellen und Verboten komme man heutzutage gegen die geschickt die demokratischen Spielräume nutzende neue Rechte nicht an.
Was also tun gegen rechtsextreme Propaganda?
Können Verbote überhaupt der NPD schaden?
Warum haben die Rechtsextremen wieder so viel Zulauf?
Liegt es wirklich an der hohen Arbeitslosigkeit?
Über diese und andere Fragen diskutieren die Anke Hlauschka und Christian Döring am 16. Februar 2005 aus dem Staatstheater Mainz mit:
Ute Vogt
SPD, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium
Wolfgang Bosbach
CDU, stellv. Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag
Gerhart Rudolf Baum
FDP, Ex-Bundesinnenminister und Überlebender der Dresdner Bombennacht
Anetta Kahane
Rechtsextremismusexpertin
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




