Quergefragt - Merkel spart der Bürger zahlt
Merkel spart, der Bürger zahlt?
Quergefragt, 19. Oktober 2005
20.15-21.00 Uhr im SÜDWEST Fernsehen
Merkels Mannschaft steht – für den harten Regierungsalltag werden in den Koalitionsverhandlungen jetzt die Weichen gestellt. Das Motto heißt: Sparen. Darin sind sich die zukünftigen Koalitionäre immerhin schon einig. 25 Milliarden Euro muss die Große Koalition vermutlich pro Jahr weniger ausgeben, um den Staatshaushalt langfristig wieder auszugleichen. Für Wahlgeschenke wird da kaum Platz sein. Im Gegenteil: Die Bürger werden sich auf harte Einschnitte einstellen müssen.
Wer glaubt, die Sozialdemokraten im neuen Kabinett würden sich einem harten Sparkurs widersetzen, könnte sich noch täuschen. Die ersten Vorschläge machen bereits die Runde: Schon signalisiert die SPD Gesprächsbereitschaft in Sachen Mehrwertsteuererhöhung. Der künftige sozialdemokratische Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat auch schon laut über den Verkauf des Autobahnnetzes nachgedacht. Und eine Maut über eine Pkw-Vignette für 100 Euro würde 3,5 Milliarden Euro in die leeren Staatskassen spülen. Sollte dann noch die Pendlerpauschale gestrichen oder zumindest stark gekürzt werden, wird es wieder einmal der Autofahrer sein, der verstärkt zur Kasse gebeten wird.
Auch die Hoffnung der Gewerkschaften, dass mit Franz Müntefering als Arbeitsminister und Vize-Kanzler weitere Einschnitte bei den Arbeitslosen vom Tisch sind, dürfte sich nicht erfüllen. Allein in diesem Jahr kostet die Arbeitsmarktreform Harz IV 3,5 Milliarden Euro mehr als geplant. Arbeitslosengeld-Empfänger werden sich warm anziehen müssen. Vielleicht hat Angela Merkel ja bald Chancen auf den Titel der „Eisernen Angela“.
Welche Einschnitte kommen auf uns alle zu?
Werden Autofahrer künftig mehr zahlen müssen?
Wieviel Sozialstaat kann sich Merkels Regierung noch leisten?
Über diese und andere Fragen Anke Hlauschka und Christian Döring live aus dem Mainzer Staatstheater mit:
Klaus Uwe Benneter
SPD-Generalsekretär
Dirk Niebel
FDP-Generalsekretär
Klaus Wiesehügel
Bundesvorsitzender IG Bauen-Agrar-Umwelt
Ron Williams
Entertainer
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




