Quergefragt - Joschka Fischer - Außenminister auf Bewährung
Joschka Fischer - Außenminister auf Bewährung?
Fischer kämpft. Um seine Karriere. Um seine Ehre. Um Rot-Grün. Und um den Machterhalt. Mit einem selbstbewussten Plädoyer trat er am Montag vor den Visa-Untersuchungsausschuss – und die Nation war dabei. Mit Spannung blickte sie nach Berlin und beobachtete den Außenminister. Selten war ein Auftritt vor einem parlamentarischen Kontrollgremium so sehr erwartet und so mediengerecht inszeniert worden. „Visa-TV“, live und in Farbe, 14 Stunden lang.
Gleich von Anfang an ging Fischer in die Offensive: Ja, er habe Fehler gemacht, die „Skandalisierung“ der Visa-Problematik durch die Opposition aber sei unsäglich und habe außenpolitisch viel Schaden angerichtet. Er habe die „monströsen Behauptungen“ der Union „zurechtgestutzt“ und die Ankläger „entzaubert“: Fischers grüne Parteichefin Claudia Roth gab sich nach dem Auftritt des einstigen Politlieblings erleichtert. Die Opposition dagegen sieht sich in ihrer Haltung bestätigt und spricht von einem „politischen Geständnis“ eines Ministers mit vielen Erinnerungslücken, der sein Ministerium offensichtlich nicht im Griff habe.
Schon aus so mancher politischen Schlinge hat Joseph Martin Fischer seinen Kopf gezogen. Ob es ihm auch diesmal gelungen ist? Fest steht: Der grüne Polit-Star ist nur schwer zu packen – ein Chamäleon, sagen viele, nicht nur seine Gegner. Zwischen Turnschuhen und Dreiteiler, Straßenkampf und Diplomatie, Askese und Genusssucht hat Fischer schon viele Wandlungen öffentlichkeitswirksam vollzogen.
Läutet der Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss nun das Ende des Politikers Joschka Fischer ein, oder bedeutet er seine Wiederauferstehung?
Ist die Visa-Affäre der Sargnagel für das angeschlagene Projekt Rot-Grün?
Und hat vielleicht sogar die Außenpolitik Deutschlands durch die Affäre Schaden genommen?
Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring
am 27. April 2005 live aus dem Staatstheater in Mainz, u.a. mit
Dr. Dieter Wiefelspütz
SPD, innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion
Siegfried Kauder
Mitglied im Visa- Untersuchungsausschuss, CDU
Hans Leyendecker
Leitender Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“
Rupert von Plottnitz
Justizminister a.D, Weggefährte Joschka Fischers, Bündnis 90/Die Grünen
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




