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Quergefragt - Fünf Millionen ohne Job: Standort Deutschland stillgelegt

SWR Mi 09.03.05, 20:15 Uhr

Fünf Millionen ohne Job: Standort Deutschland stillgelegt?

Quergefragt, 9. März 2005
20.15–21.00 Uhr im SÜDWEST Fernsehen:

5,2 Millionen Menschen ohne Arbeit im Monat Februar, Tendenz steigend – ein trauriger Rekord, der für Empörung sorgt im Land. Gut sechs Jahre nachdem sich Gerhard Schröder an den Arbeitslosenzahlen messen lassen wollte, liegt die Konjunktur in Deutschland am Boden, und die Zahl der Erwerbslosen ist hoch wie nie zuvor. Auch die von Rot-Grün angekündigte „Jobmaschine Hartz IV“ bleibt Erfolge schuldig. Ob sich diese noch einstellen werden, ist politisch umstritten.

Alles Anfangsprobleme, versuchen Clement und Co. zu beschwichtigen; wir müssen mehr tun, sagt dagegen die Union und schlägt der Regierung jetzt einen „Pakt für Deutschland“ vor. Die zentralen Punkte: Eine Aufweichung des Kündigungsschutzes und die Reform der Unternehmenssteuer. Schnellstmöglich soll es jetzt ein Treffen zwischen Angela Merkel, Edmund Stoiber und Gerhard Schröder geben – das übliche politische Schauboxen, winken Kritiker bereits ab; außer öffentlichen Briefwechseln und gegenseitigen Beschuldigungen, vermeintlich gute Ansätze zu blockieren, würde dabei nichts herauskommen.

Die Arbeitgeber fordern derweil Zugeständnisse von ihren Mitarbeitern. Während viele Unternehmen weiterhin Rekordgewinne einfahren und die Gehälter ihrer Spitzenmanager erhöhen, dem Standort Deutschland aber zunehmend den Rücken kehren, müssen Arbeitnehmer immer öfter schmerzhafte Einbußen hinnehmen. Länger arbeiten, weniger verdienen, und damit den Arbeitsplatz sicher: Das wird inzwischen schon als Erfolgsmodell mit Zukunft gefeiert.

Warum wirken sich die Hartz-Gesetze nicht positiv auf die Konjunktur aus?
Kann eine große Koalition zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit den Wirtschaftsstandort Deutschland wiederbeleben?
Welche Verantwortung haben die Unternehmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen?

Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring am Mittwoch mit ihren Gästen:

Rezzo Schlauch
Bündnis 90/Die Grünen, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium

Karl-Josef Laumann
CDU, Arbeitsmarktexperte der Unionsfraktion im Bundestag

Eggert Voscherau
stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BASF

Dr. Peter Zudeick
Journalist und politischer Kommentator

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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