zitat

Quergefragt - Chaos in der SPD: Ist der Kanzler noch zu retten

SWR Mi 08.06.05, 20:15 Uhr

Chaos in der SPD: Ist der Kanzler noch zu retten?

Quergefragt, Mittwoch, 8. Juni 2005
20.15–21.00 Uhr im SÜDWEST Fernsehen:

Es ist Wahlkampf, und die SPD scheint vor allem mit sich selbst zu streiten. Gerhard Schröder erhoffte sich mit Neuwahlen den Befreiungsschlag, doch statt Geschlossenheit zu demonstrieren, hat der Kanzler mit seinem Schritt alte Wunden aufgerissen: Da ist von der erhöhten Erpressbarkeit durch die linken Genossen die Rede, die Schröder zu dem Schritt veranlasst haben könnte, die Flucht nach vorne in Richtung Neuwahlen anzutreten. Die Gescholtenen wehren sich. Sie wollen sich nicht zum Totengräber von Rot-Grün abstempeln lassen. Und nicht nur die Linken in der SPD haben die Nase voll. Die Jungen, die so genannten „Netzwerker“, aber auch viele Bundestagsabgeordnete fordern jetzt: Es dürfe kein „weiter so“ geben, die „Agenda 2010“ müsse zu den Akten gelegt werden! Nur mit einem deutlich linken – und das hieße: sozialen - Profil habe die SPD bei der Wahl im September realistische Chancen, und nur so könne man auch einer neuen Links(außen)-Partei unter Lafontaine und Gysi Stimmen abjagen.

Zur Wahl freilich muss es erst einmal kommen. Noch kann der Bundespräsident Schröder einen Strich durch die Rechnung machen: Denn es ist keineswegs ausgeschlossen, dass Köhler das Erklärmuster des Kanzlers nicht vielleicht doch als Trickserei bewertet und den Bundestag nicht auflöst. Die CDU mit Angela Merkel ist auf jeden Fall bereit fürs Kanzleramt, und die Umfragen haben ohnehin längst entschieden: Der Wähler will den Wechsel. Dass mancher Kritiker ein schlüssiges inhaltliches Konzept vermisst, scheint im konservativen Lager keinen so recht zu stören.

Ist Schröders letzter Akt ein Eigentor?
Traut sich Bundespräsident Köhler, Neuwahlen zu verweigern?
Hat die Union das richtige Personal für den Wechsel?

Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring am Mittwoch mit:

Dr. Bernhard Vogel
CDU, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen

Andrea Nahles
SPD, Mitglied des Parteipräsidiums

Karoline Beck
Vorsitzende Bundesverband Junger Unternehmer

Prof. Klaus Staeck
politischer Graphiker und Autor

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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