Quergefragt - Bush trifft Schröder: High Noon am Rhein
Bush trifft Schröder: High Noon am Rhein?
Mr. President kommt – und ganz Deutschland steht Kopf. Eine Region im Ausnahmezustand: Die wichtigsten Autobahnen im Großraum Frankfurt – Mainz –Wiesbaden werden gesperrt, der Flug- und Bahnverkehr wird zeitweilig gestoppt. Die Mainzer Innenstadt gilt als Hochsicherheitszone: Autos und Mülltonnen müssen entfernt, Briefkästen abmontiert werden. Zum Teil dürfen die Menschen entlang der erwarteten Wegstrecke des Präsidentenkonvois ihre Wohnungen nicht verlassen.
Für das Zusammentreffen von Gerhard Schröder und George Bush, nach Einschätzung von Polizeiexperten der gefährdetste Politiker weltweit, gelten aber nicht nur strengste Sicherheitsvorkehrungen, sondern auch höchste politische Sensibilität und vor allem große Erwartungen: Freundschafts-Gesten erhofft sich die Bundesregierung vom hohen Besuch – als Zeichen, dass die seit Beginn des Irakkrieges geltende transatlantische Eiszeit zu Ende ist. Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist wieder normal – so die Botschaft aus Berlin. Doch vor allem die Opposition bleibt kritisch: Schröders neues Selbstbewusstsein, so die Union, komme in den USA gar nicht gut an. Die jüngste Kritik des Kanzlers an den veralteten Strukturen der NATO und die Forderung nach einem deutschen Platz im Sicherheitsrat wirkten dort eher arrogant.
Auf die gefühlte Temperatur wird es am Mittwoch ankommen – doch so richtig warm werden George und Gerhard miteinander wohl nicht mehr. Dafür sitzt das Misstrauen zu tief. Und dass ausgerechnet der bislang auch in den USA geschätzte Chef-Diplomat Joschka Fischer mit einer Affäre kämpft, ist nicht gerade hilfreich: Wer eine laxe Visa-Vergabe zu verantworten hat, so befürchten Kritiker, wirke in der Sicherheitspolitik vor allem in den Augen der diesbezüglich übersensiblen Amerikaner wenig glaubwürdig.
Was bringt das Treffen zwischen den beiden Staatschefs?
Wird Schröder seine harte Position gegenüber den USA aufrechterhalten?
Verspielt Rot-grün mit der Visa-Affäre das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft?
Über diese und andere Fragen diskutieren die QUERGEFRAGT-Moderatoren
Anke Hlauschka und Christian Döring am 23. Februar 2005 aus der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz in Berlin mit
Dr. Wolfgang Schäuble
CDU, außenpolitischer Experte der Unions-Fraktion
Hans-Christian Ströbele
Bündnis 90 / Die Grünen
Prof. Dr. Peter Scholl-Latour
Amerika- und Nahost-Experte
Gayle Tufts
amerikanische Entertainerin
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




