Quergefragt - Billiglöhner aus dem Osten Sind deutsche Arbeiter zu teuer
Billiglöhner aus dem Osten ? Sind deutsche Arbeiter zu teuer?
Quergefragt, 13. April 2005
20.15–21.00 Uhr im SÜDWEST Fernsehen:
Arbeitskraft zum Schnäppchenpreis: als Fleischereihilfskraft im Schlachthof für drei Euro Stundenlohn, als Spargelstecher auf dem Feld und als Fliesenleger auf Baustellen für sechs Euro, über 60 Stunden die Woche. Zehntausende osteuropäische Arbeiter sind für Billig-Löhne zu haben. Seit der EU-Osterweiterung im vergangenen Jahr haben beispielsweise polnische Firmen mit ihren Arbeitern unbeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Konkurrenzlos teuer scheinen dagegen deutsche Arbeiter und Handwerker, mit hohen Löhnen, verursacht durch erhebliche Nebenkosten, Tarifverträge und 38-Stunden-Woche.
Panisch reagieren jetzt die Politiker. „Mindestlohn“ soll das Allheilmittel gegen Lohndumping aus dem Osten sein. Selbst die Union nähert sich plötzlich der SPD-Forderung nach Mindestlöhnen an und will mit staatlich verordneten Lohnuntergrenzen deutsche Arbeitsplätze retten. Nur die FDP warnt vor der Regulierung und fordert „Weniger Marx , mehr Markt!“ Aber auch an der Basis, in kleinen Handwerksbetrieben oder bei den Verbänden der Landwirtschaft etwa, ist man skeptisch, ob mit einer „Mindestlohndebatte“ arbeitsmarkttechnisch etwas Entscheidendes bewegt werden kann.
Am Mittwoch berät das Bundeskabinett darüber, wie gegen Lohndumping vorgegangen werden kann.
Steht das „deutsche Handwerk“ vor dem Aus?
Können Mindestlöhne deutsche Arbeitsplätze retten?
Nehmen osteuropäische Billig-Arbeiter die Jobs weg?
Über diese und andere Fragen diskutieren
Anke Hlauschka und Christian Döring am 13. April 2005 mit u.a.:
Klaus Uwe Benneter
SPD-Generalsekretär
Rainer Brüderle
stv. FDP-Fraktions- und Parteivorsitzender
Markus Dieterich
Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten
Klaus Busse
Fliesenlegermeister aus Mainz
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




