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Oh Gott, Mohammed: Wer muss tolerant sein

SWR Mi 15.02.06, 20:15 Uhr

Oh Gott, Mohammed: Wer muss tolerant sein?

Der Streit um die Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed hat in Deutschland eine Grundsatzdebatte ausgelöst über unser Verhältnis zum Islam. Seitdem islamistische Terroristen vor fünf Jahren das World Trade Center in Schutt und Asche gelegt haben, wird die Religion des Propheten Mohammed zunehmend als Gefahr empfunden. Diese diffuse Angst bekommen auch unbescholtene deutsche Muslime zu spüren. Obwohl sie oft seit vielen Jahren in Deutschland leben, werden sie immer noch als „Fremde“ ausgegrenzt. Als Reaktion darauf verweigern sich gerade junge Migranten der Integration, bestehen auf ihrer eigenen Sprache und Kultur. Doch wer bei uns leben will, muss unsere Werte akzeptieren, fordern konservative Politiker und mahnen eine neue Leitkultur-Debatte an. Der Multikulti- Traum habe sich als Sackgasse erwiesen, jetzt müsse der Staat klare Richtlinien aufstellen. Andere halten das allerdings für den falschen Weg und warnen vor einem „Kampf der Kulturen“ im eigenen Land. Auch außenpolitisch setzt CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel auf einen harten Kurs gegenüber Staaten wie dem Iran, während ihr Koalitionspartner SPD vor militärischen Mitteln warnt und den diplomatischen Dialog pflegen will. Haben wir dem islamischen Fundamentalismus durch Toleranz Vorschub geleistet? Warum sind uns die Muslime so fremd? Bestätigt die Atompolitik des Iran unsere Angst vor dem Islam?

Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring live in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin mit:

Jörg Schönbohm, CDU, Innenminister Brandenburg und Mitglied im Parteipräsidium,

Jürgen Trittin, B 90/Die Grünen, stellvertretender Fraktionschef im Bundestag

Ihsan Öner. deutsch-türkischer Unternehmer

Christoph Keese, Chefredakteur „Welt am Sonntag“

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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