Nach Becks Abgang: Was nun, SPD
Nach Becks Abgang: Was nun, SPD?
Das überraschende Revirement der Parteispitze hat nicht nur bei den Sozialdemokraten wie eine Bombe eingeschlagen: Müntefering wieder Parteichef, Steinmeier Kanzlerkandidat, Beck gescheitert. Wer profitiert davon, wer verliert? Linken-Chef Lafontaine sieht seine Partei dadurch bereits im Aufwind: die alte rechte „Schröder-SPD“ werde jetzt erst recht die linken Wähler in Scharen von den Sozialdemokraten weg- und zu seiner Partei hintreiben. Auch die CDU demonstriert Gelassenheit: immerhin sitzen Kanzlerin und Herausforderer gemeinsam am Kabinettstisch, gegen welche Politik wolle die SPD denn da Front machen, gegen die eigene, fragt süffisant die Union. Die Sozialdemokraten glauben allerdings fest an die These vom Befreiungsschlag, und erste Umfragen geben ihnen sogar Recht. Wird sich das Zwischenhoch schon bei den Landtagswahlen in Bayern auswirken? Und wie geht es in Hessen weiter, wo SPD-Chefin Ypsilanti unverdrossen den Fahrplan für eine rot-rote Zusammenarbeit einhält?
Die Parteilinke einzubinden, wird denn auch die erste entscheidende Nagelprobe für den neuen / alten Parteichef Müntefering sein. Während die SPD tapfer nach vorne blickt, bleibt auch am Tag vier nach Becks Rücktritt offen, wer denn nun gegen den Pfälzer intrigiert oder gar geputscht hat. Kann das neue Tandem Müntefering/Steinmeier die SPD aus der Krise führen? Muss sich der Koalitionspartner CDU jetzt “warm anziehen“, wie es bei den Sozialdemokraten heißt? Hat Lafontaine Recht, wenn er sich für die Linke über einen Rechtsruck der SPD freut?
Über diese und andere Fragen diskutiert die „Quergefragt“-Moderatorin Birgit Wentzienam 10. September live in Berlin mit:
Christian Wulff, CDU, Parteivize und Ministerpräsident von Niedersachsen
Gernot Erler, SPD, MdB, Staatsminister im Auswärtigen Amt
Dr. Dietmar Bartsch, die Linke, MdB, Bundesgeschäftsführer
Prof. Karl-Rudolf Korte, Politikwissenschaftler Uni Duisburg
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




