zitat

Lizenz zum Töten: Darf der Staat Passagierflugzeuge abschießen

SWR Mi 19.09.07, 20:15 Uhr

Lizenz zum Tüten: Darf der Staat Passagierflugzeuge abschießen?

„Quergefragt“ am 19. September 2007, 20.15-21.00 Uhr live im SWR Fernsehen

Für Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ist es nur eine Frage der Zeit, bis islamistische Terroristen eine so genannte „dreckige Bombe“ zünden, also eine Bombe mit nuklearem Material. Für die Union eine Beschreibung realer Gefahren, für die Opposition Panikmache, um immer weitergehende Forderungen nach Überwachungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Online-Durchsuchung durchzusetzen. Auch Schäubles Parteifreund Franz Josef Jung hat sich am Wochenende Gedanken über mögliche Terroranschläge gemacht. Der Bundesverteidigungsminister verkündete, dass er ein entführtes Passagierflugzeug auf eigene Verantwortung abschießen lassen würde. Schließlich gäbe es dazu keine eindeutige gesetzliche Regelung.

Empört verweisen SPD und Opposition auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das letztes Jahr einen solchen Abschuss für verfassungswidrig erklärt hatte. Deshalb dringt die Union auf eine Verfassungsänderung. Sollte bis dahin tatsächlich ein Passagierflugzeug entführt werden, um es als „fliegende Bombe“ zu missbrauchen, ist einer mit seinem Gewissen allein: Der Bundeswehrpilot, der nach dem Willen Jungs den Abzug drücken soll und damit unschuldige Passagiere in den Tod schickt, um möglicherweise Schlimmeres zu verhindern.

Darf die Bundesregierung ein von Terroristen entführtes Passagierflugzeug abschießen lassen? Können Terroristen in Deutschland eine Bombe mit nuklearem Material zünden? Wird nur ein Überwachungsstaat, der uns alle kontrolliert, Anschläge verhindern?

Über diese und andere Fragen diskutiert Anke Hlauschka am 19. September live in der Alten Lokhalle in Mainz u. a. mit:

Volker Bouffier, (CDU), Innenminister von Hessen

Volker Beck, 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, B90/Grüne

Dr. Michael Lüders, Nahost- und Terrorexperte

Nikolaus Blome, Leiter der Parlamentationsredaktion der BILD-Zeitung

„Quergefragt“, der SWR-Politiktalk, kommt zum ersten Mal aus der Alten Lokhalle in Mainz..

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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