zitat

Krank auf Kasse: Patient 2. Klasse

SWR Mi 07.12.05, 20:15 Uhr

Krank auf Kasse: Patient 2. Klasse?

Quergefragt, Mittwoch, 7. Dezember 200520.15 – 21.00 Uhr live im SÜDWEST Fernsehen

 Im deutschen Gesundheitssystem kracht es an allen Ecken und Enden. Krankenhausärzte und niedergelassene Ärzte streiken, gesetzlich versicherte Patienten laufen gegen die privilegierte Behandlung von Privatpatienten Sturm. Allen Problemen liegt eines zu Grunde: es fehlt am Geld. Nur knapp zehn Prozent aller Deutschen sind privat krankenversichert. Doch ohne sie würde unser Gesundheitssystem zusammenbrechen – so argumentieren zumindest viele Ärzte: durch das zusätzliche Geld, das Privatpatienten einbringen, könnten sich Praxen und Krankenhäuser die Versorgung gesetzlich Versicherter überhaupt leisten. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt sieht das anders und will durchsetzen, dass der Arzt in Zukunft für jeden Patienten dasselbe Honorar bekommt. Viel Verständnis hat Ulla Schmidt dagegen für den Streik der Krankenhausärzte, die für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gehen. Ein Arzt, der nach 20 Stunden Dienst noch operieren muss, ist nicht im Sinne einer guten Patientenversorgung. Um das zu ändern, müssten die Krankenhäuser deutlich mehr Ärzte einstellen. Doch dafür fehlt das Geld, behaupten die Krankenhausbetreiber.

Sind die Ärztestreiks berechtigt?

Werden Privatpatienten tatsächlich besser versorgt als andere?

Woher soll das Geld kommen für unser teures Gesundheitssystem?

Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring am 7. Dezember live aus dem Mainzer Staatstheater mit:

Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach, SPD, Gesundheitsexperte und Bundestagsabgeordneter

Dr. Frank Ulrich Montgomery, Arzt und Vorsitzender der Ärzte-Gewerkschaft „Marburger Bund“

Karl Ferdinand von Thurn und Taxis, Vorsitzender der Trägergesellschaft der Malteser Krankenhäuser und Altenhilfeeinrichtungen

Wolfgang Fierek, Schauspieler und überzeugter Privatpatient

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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