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Jugend heute: gewalttätig und orientierungslos

SWR Mi 13.12.06, 20:15 Uhr

Jugend heute: gewalttätig und orientierungslos?

Der Amoklauf in Emsdetten, die Androhung eines Schulmassakers in Baden-Württemberg letzte Woche: Deutschland blickt entsetzt auf den Tatort Schule. Wie schon vor vier Jahren, als ein Amoklauf in Erfurt 17 Menschenleben forderte, werden so genannte „Killerspiele“ für die Gewalt verantwortlich gemacht. Unionspolitiker wollen deshalb diese Computerspiele verbieten. Die Spieler selbst allerdings, zumeist Jugendliche, aber auch viele Psychologen und Pädagogen halten das für wenig sinnvoll. Nicht jeder der Spieler würde automatisch zum Amokläufer, ganz im Gegenteil: Spiele wie „Counter Strike“ böten ein Ventil für aufgestaute Aggressionen und für den Stress des Schulalltags; die Überwachung eines Verbots, so etwa auch die Gewerkschaft der Polizei, wäre ohnehin ausgesprochen schwierig. Um Gewaltausbrüche oder gar Amokläufe zu verhindern, müssten sich Eltern und Lehrer stattdessen wieder mehr mit den Problemen der Kinder auseinandersetzen. Ohnehin halten viele Experten inzwischen eine strengere Erziehung, die klare Grenzen setzt und Disziplin fördert, für den Königsweg.

Können viele Jugendliche Konflikte nur noch mit Gewalt lösen?
Hilft ein Verbot von Killerspielen?
Brauchen wir eine Rückkehr zu alten Werten wie Anstand und Disziplin?

Über diese und andere Fragen diskutiert Birgit Wentzien am 13. Dezember live
in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin mit:

Renate Schmidt
SPD, ehemalige Bundesfamilienministerin und Mitglied des Bundestagsausschusses für Bildung

Margarethe Schreinemakers
Journalistin und Fernsehmoderatorin

Pascal Eggert
Grafikdesigner und Fan von Computerspielen,

Josef Kraus
Rektor eines bayerischen Gymnasiums und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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