Freiheit für die RAF: Ohne Reue keine Gnade
Freiheit für die RAF: Ohne Reue keine Gnade?
Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt haben sich nie bei den Angehörigen der Opfer ihrer Anschläge entschuldigt. Es gibt auch keine Geständnisse. Witwen und Kinder wissen bis heute nicht, wer ihre Ehemänner und Väter ermordet hat. Trotzdem könnten die beiden früheren RAF-Terroristen bald auf freiem Fuß sein. Bundespräsident Köhler erwägt eine Begnadigung von Christian Klar nach 24 Jahren Haft. Die Reststrafe von Brigitte Mohnhaupt soll in eine Bewährungsstrafe umgewandelt werden. Schon Ende März könnte sie auf freiem Fuß sein. Ohne öffentliches Reuebekenntnis halten das die Gegner einer vorzeitigen Freilassung für falsch. Befürworter betonen dagegen den Resozialisierungsgedanken im deutschen Rechtssystem, der auch Schwerkriminellen eine Zukunftsperspektive eröffnen soll. Einige Angehörige der RAF-Opfer finden diesen Gedanken unerträglich, denn sie selbst wurden durch die Morde der Tätern zu lebenslangem Leid verurteilt.
Darf ein RAF-Terrorist früher aus der Haft entlassen werden? Muss er dafür seine Taten bedauern? Wie verkraften die Angehörigen der Terror-Opfer eine Freilassung der Täter?
Über diese und andere Fragen diskutiert Anke Hlauschka am 31. Januar aus dem Staatstheater in Mainz mit:
Ina Beckurts, Witwe des 1986 von der RAF ermordeten Siemens-Managers Karl Heinz Beckurts,
Klaus Schütz, SPD, ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, der den von der RAF entführten Peter Lorenz gegen inhaftierte Terroristen austauschen ließ,
Klaus Pflieger, Generalstaatsanwalt Stuttgart und Mitverfasser der Anklageschrift gegen die RAF-Terroristen Brigitte Mohnhaupt und Christian Kla
Heribert Prantl, Ressortleiter Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




