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Freiheit für Christian Klar: Gnade für die RAF

SWR Mi 10.12.08, 20:15 Uhr

Freiheit für Christian Klar: Gnade für die RAF?

Vermutlich kurz vorm Fest der Liebe und Versöhnung wird der Terrorist Christian Klar nach 26 Jahren Haft aus dem Bruchsaler Gefängnis entlassen. 26 Jahre Haft für neun Morde im Zeichen der RAF – viele Opfer und ihre Hinterbliebenen können das nicht verstehen. Zumal der heute 56-Jährige bisher keine Anzeichen von Reue gezeigt und auch zur Aufklärung seiner Taten nicht beigetragen hat. Im vergangenen Jahr noch lehnte Bundespräsident Köhler ein Gnadengesuch von Klar ab, jetzt kann kein Gesetz mehr verhindern, dass der RAF-Mann freikommt. Christian Klar erhielt das höchste Strafmaß, zu dem jemals hierzulande ein Terrorist verurteilt wurde: Sechsmal lebenslänglich plus 15 Jahre hinter Gittern. Doch das Urteil „lebenslänglich“ ist in Deutschland nicht wörtlich zu nehmen.

Müssen die Menschenwürde und die Chance auf Rückkehr in die Freiheit stärker wiegen als die Forderung vor allem vieler Opfer-Angehöriger, dass ein mehrfacher Mörder ein lebenslanges Dasein hinter Gittern fristen solle? Darf es einen Straf-Rabatt bei Schwerverbrechern geben? Was bedeutet das Urteil „lebenslang“? Wodurch kann den Opfern der RAF Gerechtigkeit widerfahren?

Über diese und andere Fragen diskutiert Anke Hlauschka am 10. Dezember live in der Alten Lokhalle in Mainz u.a. mit:

Jörg Schleyer, Sohn des 1977 von der RAF ermordeten Hanns-Martin Schleyer,

Herta Däubler-Gmelin, SPD, ehemalige Bundesjustizministerin

Klaus Pflieger, Stuttgarter Generalstaatsanwalt und langjähriger RAF-Ankläger

Jürgen Vietor, Co-Pilot der Landshut Maschine

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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