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Ende des Schweigens: Werden die RAF-Morde endlich aufgeklärt

SWR Mi 25.04.07, 20:15 Uhr

Ende des Schweigens: Werden die RAF-Morde endlich aufgeklärt?

Viele Angehörige von RAF-Opfern wissen bis heute nicht, welcher Täter ihr Familienmitglied ermordet hat. Jahrzehntelang gab es keine neuen Fakten, die verurteilten RAF-Terroristen haben beharrlich geschwiegen. Jetzt hat der Ex-Terrorist Peter-Jürgen Boock den Schweige-Kodex gebrochen und den vermeintlichen Mörder von Generalbundesanwalt Siegfried Buback benannt. Doch ist Boock glaubwürdig? Justizfeste Beweise hat er nicht vorgelegt. Seine Aussage entlastet auf jeden Fall Christian Klar, der vor Ende seiner Haftzeit von Bundespräsident Horst Köhler begnadigt werden will. Der Sohn von Siegfried Buback hat sich auf Grund der neuen Erkenntnisse öffentlich für eine Begnadigung Klars ausgesprochen. Und damit große Empörung bei anderen Angehörigen von RAF-Opfern ausgelöst. Auch die Sicherheitsbehörden haben neue Ermittlungen eingeleitet. Es besteht der Verdacht, dass der Verfassungsschutz wichtige Aussagen ehemaliger RAF-Terroristen über die Täterschaft des Buback-Falles jahrelang nicht ausgewertet und weitergeben hat. Muss die Geschichte der RAF neu geschrieben werden? Kann jetzt zumindest der Mord an Generalbundesanwalt Buback aufgeklärt werden, oder sind die gegenüber dem „Spiegel“ gemachten Äußerungen Boocks lediglich heiße Luft?

Warum spricht der Ex-Terrorist Boock gerade jetzt?
Hofft er, seinem ehemaligen RAF-Kumpan Christian Klar zur Begnadigung zu verhelfen?
Wie ergeht es den Opfern der RAF und den Angehörigen der Ermordeten in diesen Tagen? Hat der Staat bei der Aufklärung der RAF-Taten versagt?

Über diese und andere Fragen diskutiert die „Quergefragt“-Moderatorin Anke Hlauschka am 25. April live im Staatstheater in Mainz mit:

Beate Keller
RAF-Opfer (Überlebende der „Landshut“-Flugzeugentführung 1977)

Antje Vollmer
Bündnis 90/Die Grünen, ehemalige Bundestagsvizepräsidentin und evangelische Theologin

Volker Bouffier
CDU, Innenminister von Hessen

Wolfgang Kraushaar
Politologe (Hamburger Institut für Sozialforschung),
Autor des Buches „Die RAF und der linke Terrorismus“.

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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