zitat

Droge Politik: macht Macht süchtig

SWR Mi 24.01.07, 20:15 Uhr

Droge Politik: macht Macht süchtig?

Sie denken, man könnte in der Politik nicht ohne sie auskommen. Tatsächlich kommen sie nicht ohne Politik aus. Deutschlands Spitzenpolitiker finden nur selten den richtigen Zeitpunkt, um Amt und Würden wieder abzugeben. Wer sich den Olymp hart erkämpft hat, mag von Einfluss und Privilegien meist nicht mehr freiwillig lassen. Der rasante Abstieg Edmund Stoibers zeugt davon. Doch der Wechsel gehört zum Wesen der Demokratie. Dass die Art, wie der Wechsel organisiert wird, allerdings oft wenig demokratisch ist, zeigt auch das Beispiel CSU. Statt gewählt wird gekungelt. Die Parteitagsdelegierten sollen im September bereits getroffene Entscheidungen nur noch abnicken. Aber auch die Gesellschaft macht es den Mächtigen schwer, rechtzeitig abzutreten. Wer gehen oder Macht abgeben muss, gilt hierzulande schnell als gescheitert, als Verlierer.

Nur wer Einfluss hat, hat auch Erfolg – ein spezifisch deutsches Problem? Geht man etwa in den USA souveräner mit dem Abschied von der Macht um? Warum können viele Spitzenpolitiker so schwer abtreten? Ist der, der die Macht verliert, automatisch ein Verlierer? Muss die Amtszeit von Posten, wie dem des Ministerpräsidenten oder Bundeskanzlers, zeitlich befristet werden?

Über diese und andere Fragen diskutiert Birgit Wentzien am 24. Januar live aus der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin mit:

Dr. Bernhard Vogel, CDU, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen

Dr. Herta Däubler-Gmelin, SPD, Bundestagsabgeordnete und frühere Bundesjustizministerin

Dr. Wolfram Weimer, Chefredakteur "Cicero" Magazin für politische Kultur

Herlinde Koelbl, Fotografin, die die Politprominenz für ihr Buch „Spuren der Macht“ porträtierte

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

Sendungsarchiv

« Februar - 2012 »
MoDiMiDoFrSaSo
 0102030405
060709101112
13141516171819
20212223242526
272829