Deutsche Soldaten in Nahost: Sollen wir überall dabei sein
Deutsche Soldaten in Nahost: Sollen wir überall dabei sein?
Es war lange und kontrovers diskutiert worden, und noch immer gibt es unterschiedliche Positionen quer durch alle Parteien: Soll sich Deutschland aktiv am Militäreinsatz im Libanon beteiligen, um dort eine Friedenslösung zu ermöglichen? Die politische Entscheidung ist mittlerweile gefallen, und seit der ersten Oktoberwoche versehen deutsche Marineeinheiten ihren Dienst vor der Küste der Krisenregion im Nahen Osten – ein weiteres Einsatzgebiet für die Bundeswehr weltweit. Zum ersten Mal deutsche Soldaten inmitten einer Konfliktregion, in der es auch um die Existenz Israels geht: Eine historische Mission für unsere Armee und unsere Außenpolitik, die deutlich macht, dass Deutschland wohl endgültig dort angekommen ist, wo es sich vor genau 60 Jahren bereits der damalige US-Außenminister Byrnes gewünscht hatte. Am 4. Oktober 1946 hatte er in einer Rede seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, dass Deutschland einen "Weg zurückfinden [möge] zu einem ehrenvollen Platz unter den freien und friedlichen Nationen der Welt".
Zur gleichen Zeit sprach der britische Premier Winston Churchill über seine Vision der „Vereinigten Staaten von Europa“ – mit Deutschland als einem der wichtigsten Mitgliedsländer. Welche Rolle soll Deutschland im gemeinsamen EU-Sicherheitskonzept spielen? Spricht die historische Verantwortung für oder gegen einen Einsatz der Bundeswehr vor den Toren Israels? Übernehmen wir uns mit unserem weltweiten militärischen Engagement?
Über diese und andere Fragen diskutiert zum ersten Mal in dieser Funktion die Leiterin des SWR-Hauptstadtstudios und neue „Quergefragt“-Moderatorin Birgit Wentzien am 4. Oktober live in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin mit:
Dr. Richard von Weizsäcker, Altbundespräsident
Prof. Dr. Horst-Eberhard Richter, Psychoanalytiker, Publizist und Friedensaktivist
Dr. Walther Stützle, freier Autor
Michael Thumann, Nahostkenner und Außenpolitik-Chef der „Zeit“
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




