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Der deutsche Patient: mehr Geld für weniger Gesundheit

SWR Mi 05.04.06, 20:15 Uhr

Der deutsche Patient: mehr Geld für weniger Gesundheit?

 Noch operieren die Gesundheitspolitiker der Republik, der Ausgang der OP steht noch aus. Ei-nes scheint sicher: Eine gute medizinische Versorgung wird auf jeden Fall teurer für die Bürger. Kanzlerin Merkel hat es bereits angekündigt. Das ist aber zur Zeit auch schon die einzige gesi-cherte Erkenntnis über die heiß diskutierte Reform des maroden Gesundheitssystems. Über die Frage, wie letzteres verändert und in Zeiten knapper Kassen zukunftsfähig gemacht werden kann, gehen die Meinungen weit auseinander, vor allem innerhalb der Großen Koalition. Am Mittwoch dieser Woche versuchen die Spitzen von Union und SPD nun erneut, eine Kom-promisslinie zu finden. Viele Kritiker befürchten bereits, dass am Ende dabei nicht mehr he-rauskommen wird als die schlichte Formel: immer weniger Leistung für immer mehr Geld. Doch ohne einschneidende Reform ist unser Gesundheitssystem bald am Ende. Schon nehmen Konturen düsterer Zukunftsvisionen Gestalt an: keine Versicherungsleistungen bei Unfällen mehr, keine teuren Medikamente für alte Menschen, keine Krebstherapien für Schwerst-kranke. Um dem Systemkollaps zu entgehen, fordern deshalb die einen, dass die Patienten wieder mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen müssen: gesunde Ernährung, Sport, Vorsorgeuntersuchungen. Andere kritisieren den bürokratischen Wasserkopf von Ärzte-vertretungen und Krankenkassen. Auch die Pharmaindustrie treibt die Kosten nach oben. Für eine echte Kurskorrektur müsste sich die Regierung also mit vielen verschiedenen Interessen-gruppen anlegen. Der Griff in die Taschen der Versicherten könnte da manchem Politiker als das kleinere Übel erscheinen. Wo versanden die Milliarden in unserem Gesundheitssystem? Werden Schwerkranke, z. B. Krebspatienten, auch in Zukunft optimal versorgt? Muss es für Raucher oder Extremsportler eine verpflichtende Zusatzversicherung geben?

Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring am 5. April live aus dem Staatstheater Mainz mit:

Andrea Kiewel, TV-Moderatorin, Schirmherrin der Initiative „Brustkrebs bewegt“

Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte

Dr. Rüdiger Pieler, Allgemeinmediziner mit Zusatzjob in England

Prof. Dr. Alexander Kekulé, Institutsdirektor und Medizinkritiker

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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