Der Ausländertest: Wann ist ein Moslem ein guter Deutscher
Der Ausländertest: Wann ist ein Moslem ein guter Deutscher?
Quergefragt, Mittwoch, 25. Januar 2006, 20.15 – 21.00 Uhr im SÜDWEST Fernsehen
Wer Deutscher werden will, muss seit Anfang des Jahres in Baden-Württemberg Fragen beantworten. Fragen zu seinem Demokratieverständnis, seiner Verfassungstreue, der gesellschaftlichen Stellung der Frau oder Fragen zu terroristischen Anschlägen. Dieser "Gesinnungstest" ist vor allem auf eine Gruppe zugeschnitten: moslemische Antragsteller. Und das empört seine Kritiker besonders. Von "naiv" bis "rassistisch" und "verfassungswidrig" reichen die Vorwürfe. Das hat allerdings das Land Hessen nicht davon abgehalten, nun selbst über die Einführung eines solchen Einbürgerungstests nachzudenken. Schließlich müsse es eine Selbstverständlichkeit sein, dass ein Ausländer, der Deutscher werden will, sich mit den Grundwerten dieser Gesellschaft einverstanden erklärt. Dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder die Nicht-Diskriminierung von Homosexuellen auch bei manchem Deutschen noch nicht zum eigenen Wertekanon gehört, ist für die Befürworter des Fragenkatalogs kein Grund zum Zweifel – im Gegenteil. Dass hier lebende Ausländer notfalls auch zwangsweise integriert werden müssen, ist eine Forderung, die mittlerweile immer lauter formuliert wird. So gilt in einer Berliner Schule bereits Deutsch als Pflichtsprache für ausländische Kinder – auch auf dem Schulhof. Und auch in Holland wurde gerade ein verbindlicher Sprachtest für Ausländer als Grundlage für eine Einbürgerung gesetzlich festgelegt – ein Vorbild für uns?
Warum sollen sich gerade Muslime einem Test unterziehen?
Kann jemand, der seine Frau schlägt, nicht Deutscher werden?
Brauchen wir einen bundesweiten Einbürgerungstest - so etwa wie Holland?
Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döring am 25. Januar live in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin mit:
Wolfgang Bosbach, CDU, stellv. Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag
Dr. Gregor Gysi, Die Linke, Fraktionsvorsitzender im Bundestag
Katja Ebstein, Entertainerin und SPD-Wahlkämpferin
Fatma Sonja Bläser, deutsch-türkische Buchautorin („Hennamond“)
Quergefragt
Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT
Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.
Informationen zur Moderatorin
Anke Hlauschka
Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.
Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.




