zitat

Benedikt hilf! Was sollen wir noch glauben

SWR Mi 13.09.06, 20:15 Uhr

Benedikt hilf! Was sollen wir noch glauben?

 „Wir sind noch immer Papst“, und die Begeisterung über den deutschen Amtsinhaber Benedikt XVI. ist bei seinem derzeitigen Heimatbesuch in Bayern ungebrochen. Seit einem Jahr ist Josef Ratzinger der Stellvertreter Gottes auf Erden. Ein Jahr in dem er begonnen hat, die Katholische Kirche nach seinen Vorstellungen zu formen, um sie zu stärken und zu festigen. Herzlich im Auftreten, aber hart in der Sache prangert er die Verweltlichung unserer Gesellschaft an. Als "Schwerhörigkeit gegenüber Gott" hat der Pontifex jetzt in seiner ersten Messe in Deutschland die Abkehr vom Christentum beklagt. Und vor allem seiner deutschen Amtskirche deutliche Worte ins Stammbuch geschrieben: Diese sei zwar „großartig durch ihre sozialen Aktivitäten“, gerade in der Dritten Welt zeige sie bei der Missionierung aber zuviel „Zurückhaltung“. Der Papst sei schwerhörig gegenüber den Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft, prangern dagegen seine Kritiker die konservative Haltung des Papstes an. Viele Menschen würden sich von dieser Kirche zurückgewiesen fühlen, weil sie den rigiden Glaubensgrundsätzen nicht gerecht werden können.

Das äußerlich moderne Gewand der katholischen Kirche mit perfekt inszenierten, heiteren Großevents wie auch jetzt wieder beim Papstbesuch könne darüber nicht hinweg täuschen. Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach Sinnsuche, gerade Jugendliche wünschen sich in einer beliebigen Welt oft Orientierungshilfe und Maßstäbe, die dem Leben Richtung und Sinn geben. Ist der Oberhirte von 1,1 Milliarden Katholiken ein Hoffnungsträger für diese Menschen? Was für eine Katholische Kirche will Benedikt XVI.? Wird Glaube wieder wichtiger in unserer Gesellschaft? Hat nur die Kirche die richtigen Werte?

Über diese und andere Fragen diskutiert die „Quergefragt“-ModeratorinAnke Hlauschka am 13. September live aus dem Staatstheater in Mainz mit:

Norbert Blüm, Katholik und Bundesminister a.D.

Barbara Rütting, ehemalige Schauspielerin und Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern

Hans-Jochen Jaschke, Weihbischof Erzbistum Hamburg

Magdalene Bußmann, Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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