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Aufschwung 2006: Unternehmensgewinne auf Kosten der Arbeiter

SWR Mi 01.02.06, 20:15 Uhr

Aufschwung 2006: Unternehmensgewinne auf Kosten der Arbeiter?

Gute Laune im Land! Langsam macht sich Optimismus breit, sagen die Umfrageinstitute: die Unternehmen in Aufbruchstimmung, die Bürger konsumwillig wie seit langem nicht mehr. Ganz klar, meint auch die Bundesregierung, der „Merkel-Effekt“ greift endlich, wie erwartet. Auf den Arbeitsmarkt schlägt die Champagnerlaune der Wirtschaft freilich noch nicht durch: Die Gewinne steigen, aber die Arbeitslosenzahlen sind unverändert hoch. Gerade bei Aktiengesellschaften gehen immer öfter Rekordrenditen und Massenentlassungen Hand in Hand. Die hässliche „Heuschrecken“-Diskussion aus Wahlkampfzeiten lässt grüßen, denn häufiger Grund für Standortschließungen ist nach wie vor die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland, wie jetzt wieder bei der AEG in Nürnberg. Gewerkschafter fordern dafür inzwischen Strafabgaben. Und sogar Bundeswirtschaftsminister Michael Glos kann sich vorstellen, Firmen, die Jobs verlagern, EU-Fördergelder zu streichen. Konzernchefs reagieren darauf nur mit Kopfschütteln. Ihr Credo: nur ein erfolgreiches Unternehmen kann langfristig Arbeitsplätze sichern. Und für diesen Erfolg sei manchmal auch Stellenabbau notwendig. Müssen Unternehmer eine soziale Verantwortung tragen, wie Arbeitsplätze sichern oder schaffen, und dafür auf Gewinne verzichten? Was kann die Regierung für mehr Jobs tun? Vergrößert die „Rente mit 67“ das Heer der Arbeitslosen?

Über diese und andere Fragen diskutieren Anke Hlauschka und Christian Döringlive aus dem Mainzer Staatstheater mit:

Dr. Christoph Böhr, CDU, stv. Parteichef

Jörg Howe, Konzernsprecher der KarstadtQuelle AG

Prof. Dr. Rudolf Hickel, Wirtschaftswissenschaftler Uni Bremen

Harald Dix, Betriebsratsvorsitzender AEG Nürnberg

Quergefragt

Informationen zur Sendereihe QUERGEFRAGT

  • mittwochs,
    20:15 Uhr

Quere Themen, quere Menschen, aktuelle und kompetente Information auch mal abseits des journalistischen Mainstreams. Das ist „Quergefragt – Talk aus dem Staatstheater“. Jeden Mittwoch nehmen vier Gäste aus Politik und Gesellschaft auf den roten Sofas von Anke Hlauschka Platz. Hat der Kanzler das Vertrauen der Wähler verspielt? Wie gefährlich sind weiche Drogen? Wer kann den Reformstau in Deutschland beseitigen? Über diese Themen wird bei Quergefragt engagiert gestritten.Harter Polit-Talk und einfühlsame Interviews werden bei Quergefragt vereint. Die Sendung setzt so einen neuen Akzent in der deutschen Talkshow-Landschaft. Auch der Anblick des Mainzer Doms, den der Zuschauer durch die Glasfassade des Theaters ständig im Blick hat, mahnt Moderatoren und Macher von Quergefragt an die Suche nach Wahrheit.

Informationen zur Moderatorin

Anke Hlauschka

Sie steht für Politik pur: Elf Jahre lange moderierte Anke Hlauschka das "Tagesgespräch" im Hörfunk, zunächst im SWF, nach der Fusion im SWR. Ihre Interviews mit Politikern aus Bund und Land haben sie überregional bekannt gemacht. Angefangen hat sie mit Prominenten-Talks aber schon viel früher: 1975 für die Sendung "SWF3-Extra-Drei". Später moderierte sie zahlreiche Politik- und Nachrichtensendungen im damaligen Südwestfunk.


Aufgewachsen ist Anke Hlauschka in Schweinfurt. Ein Soziologiestudium in München brach sie ab, weil das Angebot eines Hörfunkvolontariats beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart lockte. Danach arbeitete Hlauschka als Redakteurin im SDR-Zeitfunk und in der Nachrichtenredaktion. Es folgte ein einjähriges Zwischenspiel beim Südwestfunk in Tübingen und dann der Wechsel in die damalige Südwestfunk-Zentrale nach Baden-Baden.
 

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