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Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

ARTE Sa 07.05.05, 23:40 Uhr

Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

Ereignis: Schiller und die Räuber von Wriezen
Autor: Michael Kluth
Am 9. Mai gedenken wir Friedrich Schillers zweihundertstem Todestag. Zeit seines Lebens war er ein Idealist und Verfechter der Gerechtigkeit, wollte mit seiner Dichtkunst "die Menschen aus den Zwängen ungerechter Herrschaft" befreien. Sein vielleicht bekanntestes Stück, "Die Räuber", wird gerade in diesem Jahr von Ensembles aus der ganzen Welt interpretiert und vorgeführt. Es geht um Rebellion gegen die vorherrschende Autorität, verlorene Ideale und erlittenes Unrecht. Der Klassiker wirft die Frage auf: rechtfertigt erlittenes Unrecht, dass hierfür als Rache wiederum Unrecht getan wird? Eine Frage, die auch Straftäter der JVA Wriezen beschäftigt. Die jugendlichen Mörder begeben sich auf die Spuren Karl Moors. METROPOLIS ist mit der Kamera bei den Proben dabei und beobachtet, ob das Theaterspiel wirklich, wie in diesem Projekt beabsichtigt, die „Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz der Häftlinge“ trainiert und eine „kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Wertesystem“ gefördert wird. Ganz im Sinne Schillers, der die "Schaubühne als moralische Anstalt" ansah.

Theateraufführungen:
http://typo3/http://www.schillertage.de/Aus Anlass des 200.Todestages sind viele Publikationen zu Friedrich von Schiller erschienen. Eine Auswahl:

Bücher:

  • Schiller – oder die Erfindung des deutschen Idealismus, Autor: Rüdiger Safranski, Hanser, ISBN 3-446-20548-9
  • Schiller – Elend der Geschichte, Glanz der Kunst, Autor: Norbert Oeller, Reclam, ISBN 3-15-010565-X
  • Schillers Doppelliebe – Die Lengenfeld-Schwestern Caroline und Charlotte, Autorinnen: Kirsten Jüngling, Birgitte Rossbeck, Propyläen, SBN 3-549-07207-4
  • Schillers Schreibtisch in Buchenwald, Autor: Dieter Kühn, S. Fischer, ISBN 3-10-045109-4
  • Die Neunte – Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs, Autor: Dieter Hildebrandt, Hanser, ISBN 3-446-20585-3

Schwerpunkt: 40 Jahre Super 8
Autor: Frank Eggers
Als Papi sich die VHS-Kamera kaufte, schnappten wir uns die alte Super 8. Plötzlich lagen die Kameras auf jedem Flohmarkt herum. Aus der billigen Verfügbarkeit entstand eine Gegenkultur, welche die Prinzipien von Video und Fernsehen mit einer eigenen Ästhetik und Philosophie unterlief. In diesem Jahr wird das Filmformat Super 8 vierzig Jahre alt. Die Gemeinde der Adepten zelebriert das Jubiläum am 8.5. mit einem „Global Super 8 Day“. Super 8-Aktivisten von Amsterdam bis Zürich, von Berlin bis Buffalo werden mit Special Screenings das Format feiern. Editionen im DVD-Bereich widmen sich dem Schmalfilm. Hervorzuheben ist „Berlin Super 80“, die unter anderem Kreativ-Legenden wie der Art-Punk-Gruppe „Die Tödliche Doris“ um Wolfgang Müller huldigen. Zu sehen gibt es auch frühe Clips von „Malaria“ und den „Einstürzenden Neubauten“. Gleichzeitig feiert Deutschlands ältestes Filmkollektiv, die Filmgruppe „Chaos“ aus Kiel, ihr 30-jähriges Bestehen. Metropolis spricht mit Machern der ersten Stunde wie Karsten Weber und Wolfgang Müller über den fortdauernden Reiz des Materials in einer Zeit, da die Bilder längst digital geworden sind.

Bücher:

  • Jürgen Lossau, Filmprojektoren. Atoll Medien, Hamburg 2004
  • Jürgen Lossau, Filmkameras. Atoll Medien, Hamburg 2000


Filmforum: Das ferpekte Verbrechen
Autorin: Sakura Watanabe-Weckesser
Der spanische Regisseur Álex de la Iglesia (Perdita Durango (1997), Allein unter Nachbarn (2000)), gilt als die Europäische Antwort auf Quentin Tarantino.
In Metropolis präsentiert er seinen neuen Film: Das ferpekte Verbrechen.
Die gnadenlos komische, schwarze Komödie mit schrillen Bildern, abgefahrener Story und durchgeknallten Protagonisten, lässt die Anfänge des Regisseurs als Comiczeichner erahnen. Die Glitzerwelt des smarten Kaufhausangestellten Rafael, der „King“ der Damenabteilung, gerät durch einen Unfall, bei dem sein Konkurrent um den Etagenchefjob ums Leben kommt, aus den Fugen. Lourdes, eine unscheinbare Verkäuferin, von Rafael verschmäht, ist Zeugin und ergreift ihre Chance. Rafael ist ihr gnadenlos ausgeliefert und als noch die Hochzeit erzwungen wird sieht er bald nur einen Ausweg....


Porträt: Irène Némirovsky
Autoren: Simone Strip, Jürgen Hansen
62 Jahre nach ihrem Tod in den Gaskammern von Auschwitz ist in Frankreich der Roman „Guerre et Paix“ von Irène Némirovsky erschienen. Ursprünglich als vierteilige „Suite Francaise“ geplant, vollendete die russisch stämmige Jüdin Némirovsky nur noch diesen ersten Teil.
Zwischen alten Papieren in Koffern bei ihrer überlebenden Tochter Denise Epstein lagerte das Manuskript über Jahrzehnte, bis diese sich schließlich daran machte, die über 400 Seiten zu redigieren. Dabei erkannte sie, dass ihre Mutter nicht nur ein fragmentarisches Manuskript, sondern einen vollständigen Roman hinterlassen hatte, der mittlerweile in Frankreich als literarische Sensation gefeiert wird. Der Roman spiegelt sich in Némirovskys eigenes Schicksal wieder. Als Opfer der französischen Kollaboration mit den Nazis wurde ihr und ihrem Mann Michel die Arbeit in Frankreich verboten, am 13 Juli 1942 wurde sie von Gendarmen verhaftet und nach Auschwitz abtransportiert. So wie der Roman als literarische Sensation in Frankreich gefeiert wird – posthum wurde Irène Némirovsky sogar der Renaudot-Preis verliehen – so wirft er gleichzeitig Licht auf das beschämende, dunkle Kapitel der französischen Kollaboration mit dem Naziregime. Metropolis berichtet über die Entdeckung eines unerwarteten Bestsellers.


Essay: Junges Deutsches Design
Autorin: Claudia Dankert
Es gibt in Deutschland eine junge Designszene, die sich international etabliert und Trends gesetzt hat. Sie strebt danach, sich mit ihren Ideen auch in gesellschaftliche Fragestellungen einzumischen. Während Deutschland sich über seine Zukunftsfähigkeit Gedanken macht, hat die neue Designgeneration längst begonnen, Innovationen und neue Technologien in kreative Produkte zu übersetzen, ihr eigenes Berufsbild zu verändern und deutsches Design neu zu definieren. „Schöne neue Welt“ ist auch Schwerpunkt des internationalen Designfestivals „Designmai“, das vom 5. bis 16. Mai in Berlin und vom 6. bis 23. Oktober in Tokio stattfinden wird. In der Ausstellung „jung und deutsch“ präsentieren junge Designer ihre Modelle und geben Anregungen für die Veränderung des Alltags. METROPOLIS stellt die Designer Werner Aisslinger und Konstantin Grcic und ihre Entwürfe vor.

Publikation:

  • KGID - Konstantin Grcic Industrial Design, Hrsg. Florian Böhm, PHAIDON


Reportage: Kolumbien
Autor: Dirk Lienig
Sie nennen sich „Ghettos Clan“, „Topo“ oder „Operando“. Sie sind zwischen 19 und 29 Jahre alt. Ihre Leidenschaft ist Musik, Rapmusik. Und sie schreiben Songs über Leben und Sterben, das sie umgibt. Denn ihre Heimat sind die Ghettos von Bogota und Cali, den größten Städten Kolumbiens. Diese Orte sind Brennpunkte eines der gefährlichsten Länder der Welt. Zwei Millionen Menschen sind in Kolumbien auf der Flucht. Jährlich beklagt das Land bis zu 30.000 Gewaltopfer. Tödliche Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Guerillagruppen, Drogenmafia und staatlichen Kräften prägen seit mehr als fünf Jahrzehnten das Leben in Kolumbien. Bei erwachsenen Männern ist Mord die Haupttodesursache. Metropolis begleitet junge Musiker aus den Ghettos, die in ihren Sprechgesang von ihrem Alltag erzählen: vom Bürgerkrieg, von der Gewalt auf den Straßen, von korrupten Politikern, von den Ursachen des Konfliktes, den Drogen, von Freunden, die nie wieder auftauchten und vom Willen, trotz allem etwas zu verändern.

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Metropolis


Informationen zur Sendereihe

Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.

Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".

Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.

Sendungsarchiv

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