Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
Reportage: Das Geheimnis der bosnischen Pyramiden
Bei einem Spaziergang in Visoko bei Sarajevo machte der bosnische Pyramidenforscher Semir Osmanagic eine sensationelle Entdeckung: Von einer Bergspitze aus sah er drei Berge, die ihn an Pyramidenkomplexe erinnerten, die er in Südamerika gesehen hatte. Hinzugezogene Geologen entdeckten Bodenstörungen, die auf die Arbeit von Menschen hinweisen. Ermutigt von den ersten Testergebnissen will Osmanagic dieses Jahr das Rätsel um die geheimnisvollen Visokoer Berge lösen. Ein Mammutprojekt. Europas größte archäologische Baustelle. Über 150 Wissenschaftler und Helfer – darunter führende ägyptische Pyramidenspezialisten – werden ab dem 14. April nach den Spuren von Pyramiden suchen. Was immer sich unter den Bergen befindet, es wird uns Erkenntnisse über vorgeschichtliche Kulturen liefern. Handelt es sich bei den Bergen wirklich um Stufenpyramiden der Illyrer, wie Osmanagic glaubt? Werden die Wissenschaftler Gänge und Kammern, ja vielleicht sogar Altäre und Alltagsgegenstände finden? Schon am Abend des ersten Ausgrabungstages wollen die Forscher erste Ergebnisse liefern. Metropolis ist dabei, wenn sich Semir Osmanagic und sein internationales Team der Lösung des Pyramidenrätsels nähern.
Ereignis: Jonathan Meese - Mythen, Monster, Kunstaktionen
Am 30. April beginnt in den Hamburger Deichtorhallen die erste große Werkschau von Jonathan Meese. Der aus der Hansestadt stammende Künstler ist einer der produktivsten und umstrittensten Vertreter von Deutschlands Gegenwartskunst. Ob in Malerei, Skulptur oder Performance - Meese erschafft sich ein ganz eigenes Universum, bevölkert von Bösewichtern und Mythenträgern aus Weltgeschichte und Trashkultur. Von Nero bis Hitler, von Stalin zu Toecutter und Dr. No und wieder zurück bis Hagen von Tronje - die Referenzen seiner Protagonisten sind immer düster. Jonathan Meese verkauft sich und seine Arbeiten originell und eloquent. So "durchgeknallt" er während seiner Performances wirkt, so charmant und schlau präsentiert er sich im Interview. Er schafft es, dass man selbst seinen abstrusesten Denkansätzen bereitwillig folgt. Jonathan Meese – ein begnadeter Scharlatan und ideenreicher Kunstschamane: wir stellen ihn vor.
Metropolenreport
Nachrichten und Events aus der Kulturszene: Metropolis würdigt die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die in diesem Jahr vom 4. bis 9. Mai zum insgesamt 52. Mal stattfinden. Ein Sonderprogramm präsentiert unter dem Motto „Radical Closure“ eine Selektion von Filmen aus dem arabischen Raum. Wir begleiten die Berliner Countryband „The BossHoss“ auf den Fußballplatz. Anlass: Ihre neue LP, auf der auch eine Präriefassung der Stadionhymne „You´ll Never Walk Alone“ enthalten ist. Und: Wir stellen „Tsotsi“ vor, einen Film aus Südafrika, der in diesem Jahr den Oscar für den besten ausländischen Film gewinnen konnte. Er startet jetzt in Europas Kinos.
Portrait: Somaly Mam
Als Kind wird sie in die Prostitution verkauft, als junge Frau gelingt ihr die Flucht aus der Hölle der Sex-Mafia in Phnom Penh. Somaly Mam beginnt ein neues Leben und gründet AFESIP, eine internationale Organisation gegen Kinderprostitution und Menschenhandel in Asien.
Somaly Mam, geboren im Osten von Kambodscha, verbringt ihre ersten Lebensjahre in unvorstellbarer Armut. Im Alter von sechs Jahren wird sie von ihrer Familie an einen allein stehenden älteren Mann verkauft, dem sie den Haushalt führen muß. Mit 14 Jahren wird sie an ein Bordell in Phnom Penh weiter verkauft und erlebt als Kinderprostituierte die Abgründe menschlichen Daseins, ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Minderjährigen teilt. Die Qualen setzen sich von Jahr zu Jahr fort. Doch mit einem Mal hat der Alptraum ein Ende: Sie lernt Pierre kennen, einen Franzosen, der sich in sie verliebt und sie aus der Hölle befreit. Die unglaubliche Geschichte einer jungen Frau, die von klein an Opfer sexueller Willkür und Demütigung wurde und sich heute für die entrechteten Kinder stark macht – eindringlich, aufwühlend und ergreifend.
- Somaly Mam, Das Schweigen der Unschuld, Marion von Schröder Verlag 2006
Reportage: Tempelrestaurierung in Tibet
Seit der Besetzung Tibets 1959 durch die Chinesen herrscht für die verbliebenen Klöster der Region größte Not, ihre Gebäude und Kulturschätze zu erhalten. Von ehemals über 3000 Klöstern alleine in Osttibet konnten nur einige Dutzend der Zerstörung durch die Chinesen in den 50er und 60er Jahren entgehen. Auch das Kloster Ragya wurde, bis auf zwei Hallen, komplett verwüstet. Der Deutsche André Alexander sorgt dafür, dass wenigstens diese Reste des Heiligtums erhalten bleiben. Er gründete den „Tibet Heritage Fund“, um Geld zu sammeln, das nun der Restaurierung der Sakralbauten dient. Die ca. 300 Jahre alten, aus Lehm erbauten Tempel werden durch einheimische Handwerker mit traditionellen Methoden gerettet. Seit Anfang der 90er Jahre haben Alexander und sein Team in Tibets Hauptstadt Lhasa so 24 Gebäude restauriert. Unter den argwöhnischen Blicken der chinesischen Behörden. METROPOLIS begleitet André Alexander in den Himalaya und zeigt den Fortgang der Arbeiten.
Interview: Der Ernst von Siemens-Förderpreisträger Alexander Muno
Henrik Ibsens Bühnendrama „Die Frau vom Meer“ ist nicht gerade leichte Kost. Schon als Schauspiel. Was wird daraus, wenn es einem Nachwuchs-Komponisten als Vorlage für eine abendfüllende Oper dient? Dieser Komponist heißt Alexander Muno, ist 26 Jahre alt und wird in diesem Jahr mit dem Förderpreis der Siemens-Musikstiftung ausgezeichnet, der als eine Art „Oscar“ der Ernsten Musik gilt. Ein beträchtlicher Teil der kompositorischen Arbeiten Munos entstand vor dem Hintergrund bedeutender Werke der Literatur oder der Bildenden Kunst: James Joyce, Arthur Rimbaud, u.a. – Muno strebt nach Schönheit im Klanglichen, verehrt Claude Debussy und Olivier Messiaen. Er will nicht vertonen, sondern „klangliche Entsprechungen zu den Worten und Gedanken finden.“ Ein ernster Mann - ein allzu ernster junger Mann, möchte man meinen. Wie ernst muss ein Komponist für Ernste Musik sein? Und wie alt? Oder liegt das Potential genau in der Frische? Fragen, die Metropolis gemeinsam mit Alexander Muno klären möchte.
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Metropolis
Informationen zur Sendereihe
Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.
Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".
Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.




