Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
Internationales Trickfilmfestival in Stuttgart
Autor: Frank Eggers
Das Internationale Trickfilmfestival (26.4. – 1.5.) macht Stuttgart in diesem Frühling zur Welthauptstadt des Animationsfilm. Stars der Branche werden vor Ort sein, allen voran der New Yorker Kultregisseur Bill Plympton. Die besten Animationsfilme der Welt werden prämiert, die neuesten Trends offen gelegt. Insgesamt sind rund 500 Filme auf dem Festival zu sehen, 160 davon laufen im Wettbewerb. Ergänzt wird das Programm durch besondere Aktionen. So stellt sich fünf Zweier-Teams die Aufgabe, vor den Augen von schaulustigen Festivalbesuchern innerhalb von 48 Stunden einen Kurzfilm herzustellen. Kreative treten gegeneinander an, live auf dem Festival. Metropolis gibt Einblicke in die Welt des Trickfilms und spricht mit Machern von morgen und dem Animations-Altmeister Bill Plympton.
Schlingensief im Regenwald
Autor: Carsten Thurau
Am 21. April eröffnete das 11. Opernfestival von Manaus am Amazonas mit einer außergewöhnlichen Aufführung: Wagners "Fliegender Holländer" in einer Inszenierung von Christoph Schlingensief. Der 1. Akt wurde auf Schiffen im Amazonas realisiert, der 2. auf dem riesigen Marktplatz und der 3. ausschließlich im Amazonas Opera House. Die Vorstellungen wurden u.a. mit Hilfe von Übertragungstechnik öffentlich zugänglich gemacht und erreichten Tausende von Menschen.
Metropolis begleitete die Proben bei dieser aufwändigen Inszenierung und spricht mit Christoph Schlingensief über das Projekt.
Ilham al Madfai – Sänger zwischen Welten
Autor: Oliver Becker
Er ist kein politischer Sänger. Doch seine emotionale Botschaft erreicht das Herz der Menschen im mittleren Osten. Er sieht sich als ein Sprachrohr der „einfachen Leute“. Der irakische Künstler Ilham al Madfai – seit vielen Jahren lebt er in London - wird in seiner Heimat verehrt, gilt als Legende. CDs mit seiner Musik sind millionenfach im Umlauf, jeder kennt und singt seine Lieder. 2006 wurde er vom britischen Sender BBC für den World Music Award nominiert. Doch in den Irak kann er noch nicht zurück. Zu gefährlich! Viele sehen in ihm einen Gegner der Tradition und des rechten Glaubens. Madfai arrangiert die klassische Musik des Irak mit westlichen Instrumenten und hält sie so am Leben. Traditionalisten ist sein Crossover ein Dorn im Auge bzw. Ohr. In den 70ern trat Ilham al Madfai in London auf, traf Paul McCartney und Georgie Fame, die ihm rieten, nicht die westliche Musik zu imitieren. So beginnt er, westliche und orientalische Klänge zu verschwistern. Früher war Ilham Saddam Husseins Lieblingssänger, doch als einer der Söhne des Diktators ihn kontaktierte, damit er auf einer Geburtstagsfeier spielt, weigert er sich, fällt in Ungnade, darf drei Jahre das Land nicht verlassen, kann sich aber schließlich "freikaufen". Heute glaubt Ilham al Madfai, dass das zerrissene Land nur durch die Kraft der Musik geeint werden kann. Seine Musik bietet sich auch als eine Brücke zwischen dem Irak und dem Westen an. Metropolis hat den Künstler besucht.
Kummers Kummer
Autoren: Mike Friedrich, Matthias Zuber
Tom Kummer war in den 90er Jahren der deutschsprachige Glamour-Journalist schlechthin. Dass vieles, was von ihm kam, frei erfunden war, fiel zunächst nicht auf. Über seine gefälschten Starinterviews stolperte dann mit medialem Getöse die Chefredaktion des SZ-Magazins. Jetzt hat Kummer über sein Leben und seine Arbeit ein Buch geschrieben. „Blow Up“ bleibt zwar auf viele wichtige Fragen Antworten schuldig, aber sehr genau und gut wird das Lebensgefühl der 80er Jahre erfasst, der Humus, aus dem seine sehr spezielle Form des Journalismus gedeihen konnte. Zusätzliche Aktualität erhält Kummers Buch durch die Tatsache, dass einer der Potagonisten von damals, Ulf Poschardt, ehemaliger Chef des SZ-Magazins, gerade als Macher der deutschen Ausgabe von „Vanity Fair“ wieder Ärger hat. Wieder geht es um Authentizität, Wahrheit und die Frage, wie „wirklich“ und wie unterhaltsam muss ein journalistischer Text sein?
Malen nach Zahlen – Kunstfake aus China
Autorin: Nina Faulhaber
Shenzen wurde 1989 zur Sonderwirtschaftszone erklärt, womit der Aufstieg eines Provinznestes zur Millionenstadt begann. In dem in Shenzhen gelegene Künstlerstadtteil Dafen arbeiten zwischen 8.000 und 10.000 Maler in zahlreichen Kunstfabriken und stellen mit der Fertigung von etwa 5 Millionen Bildern pro Jahr für den Export die führende Produktionsstätte für Billigkunst dar. Einen Großteil der in der Malindustrie Beschäftigten stellen dabei die so genannten „Schnellmaler“ dar. Nach einem "Malen- nach- Zahlen" - Verfahren fertigen sie bis zu 30 Kopien alter Meister pro Tag an. Perfektionierte Produktivität steht hier im Gegensatz zur fehlenden individuellen Kreativität. Nur 10 Prozent der gesamten Gemäldeproduktion entspringen der Phantasie der Maler selbst. Metropolis reist nach China und gibt den namenlosen Fließbandmalern ein Gesicht.
Siemensförderpreis für Markus Hechtle
Autor: Viktor Stauder
Jungkomponist Markus Hechtle hat bereits viel Lorbeer für seine Arbeit bekommen. Nun erhält er den Siemensförderpreises 2007, eine der renommiertesten Auszeichnungen für junge Talente in der Ernsten Musik. 1967 wurde Hechtle in Karlsruhe geboren. Zur Musiktheorie hat er eine relaxte Haltung. Er „bediene keine Gattung, mag den Vorgang der "Be-Gattung" aber sehr. Und meint „ natürlich die fruchtbare und befruchtende Zusammenarbeit zwischen Komponist und Musikern“, wie seine jüngste Kompositionsarbeit mit dem Ensemble Modern zeigt. „Ich bin kein Musiker in dem Sinn, dass ich mich ausschließlich für Klang und Struktur begeistern könnte. Das allein kann mich nicht hinter dem Ofen hervorlocken und zum Komponieren bewegen. Es muss immer etwas geben, das darüber hinausgeht.“ Was das ist, bringt der Metropolis-Beitrag zu Gehör.
Metropolis
Informationen zur Sendereihe
Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.
Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".
Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.




