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Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

ARTE Sa 05.11.05, 23:30 Uhr

Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

Kaunas – Das Neunte Fort
Kaunas in Litauen, ein ehemaliges Konzentrationslager: Für eine Woche lebt der Holocaust hier wieder auf. Für ein Foto, das aus vielen einzelnen Sequenzen zusammengesetzt wird und einmal acht mal zwei Meter messen soll, lässt der Fotograf Burkhard von Harder 120 Darsteller in immer neue Kostüme schlüpfen. Unaufhörlich arbeiten Schneekanonen und Windmaschine: Weihnachten 1943 ist es bitterkalt. 65 Menschen gelingt die Flucht aus dem Vernichtungslager. Ein internationaler Stab assistiert von Harder dabeim auch der Make up-Künstler Waldemar Prokromski, der schon für Filme von Spielberg und Polanski arbeitete. Das Riesenfoto, das an klassische Zyklen von Bruegel oder Bosch erinnert, wird später am Computer zusammengefügt. METROPOLIS ist auch bei der Postproduktion dabei und zeigt das Bild, bevor es erstmals ausgestellt wird.
 

Rundlederwelten
Das Populärthema Fußball ist auch kulturell salonfähig geworden. In Vorfreude auf die WM 2006 bekennt sich jeder zum runden Leder. METROPOLIS trägt der sich anbahnenden Euphorie mit einer Reihe von Beiträgen über „Fußball und Kultur“ Rechnung. Den Anfang machen die „Rundlederwelten“, eine Ausstellung im Berliner Martin Gropius-Bau. 74 internationale Künstler haben sich in Videoinstallationen, mittels Malerei und Fotografie des Ball und der Ballkünstler angenommen. Einige Werke wurden extra für die Ausstellung neu geschaffen. Darunter auch die Videoinstallation "Mannschaft" von Till Velten, in der Dialoge mit den Spielerinnen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft dokumentiert wurden. Deshalb besucht METROPOLIS die Ausstellung gemeinsam mit den Nationalspielerinnen Navina Omilade und Petra Wimbersky, die ball- und wortgewandt durch die Ausstellung dribbeln.

Metropolenreport
Der Metropolenreport berichtet über aktuelle Events der Kulturszene: die Band „Cobra Killer“ ist bekannt für ihre elektronische Ekstasemusik. Nun haben sie ein akustisches Album gemeinsam mit dem Mandolinenorchester „Kapajkos“ aufgenommen und präsentieren die Songs auf Tournee. Metropolis trifft die charismatischen Sängerinnen Gina D´Orio und Annika Line Trost. Außerdem: Ein Blick in Tomi Ungerers Ausstellung von Zeichnungen zu Krieg und Holocaust im Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum in Osnabrück, ein Besuch der Franz Marc-Ausstellung im Münchener Lenbachhaus und Lars von Triers neuer Film „Manderlay“.

Sophie Matisse
Die Künstlerin Sophie Matisse verfremdet Klassiker der Kunst. Vor zwei
Jahren sorgte sie damit in New York für Aufsehen. Die Ur-Enkelin des Malers
Henri Matisse, des großen „Konkurrenten“ von Pablo Picasso, lieferte
Versionen à la Matisse von Picasso-Motiven wie Guernica. "Kann eine Matisse
einen Picasso malen?", fragte das Magazin "New Yorker" in einer Hymne auf die junge Künstlerin. Dann malte sie andere berühmte Gemälde nach – die „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci und den „Geographen“ von Vermeer. Nur: Die Hauptpersonen fehlen auf den Bildern. Wir sehen nur leere Landschaften und Räume. Die Bilder sind uns merkwürdig vertraut und fremd zugleich. Ein Effekt, der in mancher Hinsicht die Augen für die jeweiligen Werke öffnet. Heute ist Sophie Matisse eine vielbeachtete Künstlerin, deren Spiel auf den Schultern der Giganten und der Kunstgeschichte sich immer neue Wege sucht. Anlässlich der Ausstellung "Henri Matisse - Figur Farbe Raum" in der K-20 Kunsthalle in Düsseldorf und einer aktuellen Werkschau von Sophie Matisse in New York haben wir die Urenkelin des großen französischen Malers in New York besucht und hinter die Kulissen ihres künstlerischen Lebens geschaut.

Ausstellung:
K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf: Henri Matisse - Figur Farbe Raum, vom 29.10.2005 bis 19.02.2006

Lulu-Live
Als ordinär und pervers bezeichnete 1904 die Münchner Zensurbehörde die Tragödie der „Lulu“ und belegte das Stück mit einem Aufführungsverbot, so sehr hatte Frank Wedekind den Nerv seiner Zeit getroffen. Inspiriert von diesem entlarvenden Gesellschaftstableau, das Wedekind in seiner „Lulu“ entfaltet, hat sich Luk Perceval mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele und den Autoren Feridun Zaimoglu und Günter Senkel dem Thema der Prostitution in unserer gegenwärtigen Situation gestellt. Die Geschichte von Lulu wird ganz neu erzählt: Lulu arbeitet in einem Chatroom mit Webcam, sie führt aus, was die Freier auf dem Display von ihr verlangen. Hinter dieser virtuellen Wand aus Worten liegt ihre reale Lebenswelt, geprägt von der Sehnsucht, einmal auszubrechen und doch für immer gefangen zu sein. Das Leben ein Warteraum - Warten auf den Tod mit der Sehnsucht nach unbedingter Liebe...
 

DVD Magazine
Längst hat die DVD dem Kino den Kampf erklärt. Nun soll der Blätterwald aufgemischt werden. Zum ersten Mal erscheinen Magazine als DVD. Musikfreunde sollen mit "Slices" erreicht werden: Interviews, Hintergrundberichte und Portraits werden in kleinen Clips präsentiert. Getragen von privaten Sponsoren, will das Magazin die konsumwillige Jugend erreichen. Auf Kulturberichterstattung konzentriert sich das DVD-Magazin "Monitorpop", das im Januar 2006 erscheinen soll. Vierteljährlich wollen die Macher Literatur, Musik sowie Kurzfilme und Fotostrecken aus der ganzen Welt präsentieren. Zu den Vorteilen einer DVD gehört: „Monitorpop“ erscheint in vier wählbaren Sprachen. Aber wollen die Leser eine Innovation, die Ihnen das Umblättern erspart? Metropolis prüft, was die DVD-Magazine leisten und ob sie herkömmliche Zeitschriften ersetzen können.
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Monitorpop – Contemporary Culture on DVD
Erscheint ab Januar 2006 vierteljährlich und kostet 14,90 Euro
Erhältlich im Schallplattenhandel, an Bahnhöfen, Flughäfen und in Spezialbuchhandlungen. 

Performanz der Toten
Das Nachdenken über das Verhältnis von erforschendem Geist und Körperlichkeit bestimmt eine Veranstaltung, die vom 10. bis 12. November unter dem Titel „Philosophy on Stage“ im Wiener Museumsquartier stattfindet. Dabei wird auch der Film „Performanz der Toten“ der Autoren Susanne Granzer und Arno Böhler aufgeführt. Sie stellen die Frage, wie jenes „Jenseits“ zu verstehen sei, das Freud in „Jenseits des Lustprinzips“ bespricht. Für das Projekt ist es ihnen gelungen, die Ikone der Literaturwissenschaft Avital Ronell und den Germanisten, Psychotherapeuten und Kultautor Laurence A. Rickels zu begeistern. METROPOLIS präsentiert Ausschnitte aus „Performanz der Toten“.


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Metropolis


Informationen zur Sendereihe

Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.

Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".

Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.

Sendungsarchiv

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