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Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

ARTE Sa 07.01.06, 23:30 Uhr

Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

CHARACTER DESIGN UND ANIMATIONSFILM
Die internationalen Nachwuchskünstler des Character Designs Kathi Käppel
(D), Mari-Chan aus Japan und Studio Shynola (UK) zeigen animiertes Figurendesign abseits von am Fließband produzierten Wesen á la Disney. Neue Formen figürlicher Darstellung lassen sich nicht auf einen Trend festlegen, sondern haben gerade in ihrer Vielfalt den ästhetischen Standard der visuellen Kommunikation weltweit revolutioniert.

Die jeweiligen Figurendarstellungen spiegeln den kulturellen Hintergrund der Künstler wider: Die preisgekrönte Kathi Käppel lädt uns in ihr Studio ein. Sie setzt ihre collagenhaften Figuren aus in den Computer eingescannten, organischen Materialien zusammen und erinnert in ihrem Stil an den handwerklichen Aspekt analoger Produktionsweisen, mit denen sie aufgewachsen ist.

Character Design in Japan ist massenkompatibler und die künstlerische Handschrift auf den ersten Blick weniger ersichtlich : Mari-Chan kommt aus einem Land, in dem Manga-Comics so zahlreich konsumiert werden wie die tägliche Schale Reis. Ihre auf den ersten Blick süßliche und klischeehafte Figurensprache wird jedoch immer wieder durch Grausamkeiten unterminiert - Titel wie "Samurai Girl" oder "Menstruational Dreamer" lassen das erahnen. Die in Japan übliche Vermarktungsmaschinerie für die comic-haften Figuren greift auch hier: Ihr Character Design findet sich auf Alltagsgegenständen wie Schreibwaren, in Büchern oder Animationsfilmen.

In Europa ist es vor allem Werbung oder das Musikvideo, das eine Plattform für animierte Figuren bietet: Die hochgelobten Briten von Studio Shynola sind mit Videos für Gruppen wie "Blur", "Radiohead" oder "U.N.K.L.E." bekannt geworden. Jetzt haben sie das Herzstück des englischen Kinofilms "Per Anhalter durch die Galaxis" ("The Hitchhikers Guide to the Galaxy") gestaltet und animiert - den "Guide", den sprechenden Reiseführer, höchstpersönlich! Ihr Beispiel zeigt, wie die Zukunft des Character Designs aussehen könnte: In immer mehr Filmen wird die reale Darstellung mit Animationen vermengt, oder gar gänzlich durch sie ersetzt.

Während die internationalen Nachwuchskünstler mit ihrem Figurendesign Anspruch auf Individualität legen, ist es bei dem preisgekrönten Studio Pixar die Geschichte, die im Vordergrund steht. Weltweit erfolgreiche Filme wie "Die Unglaublichen" oder "Findet Nemo" gehen von der Storyline aus, die dann von animierten Figuren umgesetzt wird. Die Characters lassen sich so präzise den von der Geschichte geforderten Eigenschaften anpassen. Durch die maximale Ausschöpfung der technischen Möglichkeiten entstehen perfekt gestaltete Illusionen von in sich geschlossenen Parallelwelten, die ein ästhetisches Eigenleben führen.

Metropolis ergründet die Welt des Annimatiosnfilms und trifft neue Charaktere, die Mickey Mouse sehr alt aussehen lassen.


Kunst statt Bomben – Catherine David präsentiert irakische Kunst
Erst zwei Golfkriege, nun täglich neue Terror¬anschläge: Fernsehzuschauer kennen den Irak fast ausschließlich als Kriegsschauplatz. Ist von irakischer Kunst die Rede, dann geht der Blick weit zurück in die Geschichte des Landes, denn es sind immer die archäologischen Schätze gemeint. Die französische Star-Kuratorin Catherine David zeigt jetzt in den Berliner KunstWerken mit der Ausstellung „The Iraqi Equation“ – übersetzt: „Der irakische Ausgleich“ - eine Momentaufnahme der zeitgenössischen irakischen Kunst und Kultur. Dabei musste sich David leider überwiegend darauf beschränken, die verstreut lebenden Exilkünstler in Berlin zu versammeln. Den Irak selbst besuchen durfte die Kuratorin nicht. Metropolis stellt die irakischen Künstler vor und zeigt aus dem Blickwinkel des Exils einen anderen Irak.
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Ausstellung:
CONTEMPORARY ARAB REPRESENTATIONS. THE IRAQI EQUATION.
KW Institute for Contemporary Art
18. Dezember 2005 – 26. Februar 2006

Meg Stuart, "Replacement" - Premiere am 11.01.2006
Die Amerikanerin Meg Stuart gehört weltweit zu den bekanntesten Choreografinnen und hat in den letzten Jahren viel Neues ausprobiert. Gerade entsteht die erste große Koproduktion ihrer Tanzgruppe "Damaged Goods" mit der Volksbühne, die am 11. Januar 2006 Premiere hat. "Replacement" lautet der Titel dieser neuen Choreografie. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Gedanken über Monstrosität, Ängste und Rauschzustände. Ausgangspunkt für die Idee des Stücks bot Stuart auch die Lektüre von Mary Shelley's Frankenstein. Wie Meg Stuart ihre Gedanken in Körpersprache und Tanz umsetzt, beobachtet Metropolis mit einem intimen Blick hinter die Kulissen der Probenbühne.

Metropolenreport
Der Metropolenreport berichtet über aktuelle Events der Kulturszene: In Hamburgs Deichtorhallen stellen junge Fotografen unter dem optimistischen Motto „Gute Aussichten“ ihre Werke aus. Sie sind die Sieger eines Wettbewerbs für Diplomanten und wurden von einer hochkarätigen Jury um den Starfotografen Andreas Gursky ausgesucht. Außerdem: Die Arbeiten im Berliner Bodemuseum gehen dem Ende entgegen. Ab Januar werden nun die Exponate in den Prunkbau geschafft. Wir genießen einen exklusiven Blick in die noch leeren Hallen. Und: Was passiert, wenn sich Hollywood um Johnny Cash bemüht: „Walk the Line“, ein Liebesfilm mit bewährtem Soundtrack
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Ausstellung: „Gute Aussichten“, Deichtorhallen Hamburg vom 16.12.2005 bis 26.1.2006:
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Johnny Cash live, von der DVD: “Festival”, by Murrray Lerner, Eagle Rock Entertainment

Townes Van Zandt – Be here to Love Me
Der Texaner Townes Van Zandt (1944-1997) war einer der bedeutendsten Songpoeten seiner Zeit. Doch das Schicksal verwehrte ihm den ganz großen Erfolg. Zwar schafften seine Lieder Platzierungen in den Charts, doch nur, wenn andere, bekanntere Interpreten sie vortrugen, Größen wie Willie Nelson oder Merle Haggard zum Beispiel. Ein lyrisches Filmporträt der amerikanischen Regisseurin Margaret Brown bringt den größten Poeten der Country-Music Townes Van Zandt nun auch dem europäischen Publikum näher.

Essay: Deutscher Film in den USA
Die Zeiten, da der deutsche Film wirklich Geltung hatte, sind lange vorbei. Doch mit Erfolgen wie „Lola rennt“, „Nirgendwo in Afrika“ oder „Gegen die Wand“ wird deutsches Kino auch in Amerika wieder stärker wahr genommen. Daran beteiligt ist auch Oliver Mahrdt. Er arbeitet für „German Films“, einer kleinen Agentur in Manhattan. Gerade betreut er Marc Rothemunds „Sophie Scholl“, dessen Nominierung für den Oscar als Best Foreign Language Film schon als ausgemacht gilt, sowie den neuen Film von Andreas Dresen. Fast alle „seine“ Filme haben einen US-Verleiher gefunden – “Zeppelin”, “Gegen die Wand”, “Alles auf Zucker”, “Agnes und seine Brueder”... Filme über die Nazizeit werden immer gerne genommen, weiß Oliver Mahrdt, und gute Artikel in „Time“ und der „New York Times“ gelten mehr als Auszeichnungen von Festivals. Doch selbst die besten deutschen Filme haben es in Amerika nicht leicht. Deutsches Kino gilt zwar in den USA gerade als hip, alternativ und selbstbewusst, findet aber nur in großen Städten ein Publikum. Manch einer spricht aber bereits von der dritten Welle des deutschen Films, nach der großen Zeit der 20er und 30er Jahre und den Autorenfilmen der 70er. Wie man deutsche Filme in den USA verkauft und was dran ist am amerikanischen Boom des deutschen Kinos, zeigt Metropolis.

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Metropolis


Informationen zur Sendereihe

Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.

Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".

Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.

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