Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
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Porträt: Franka Potente und ihr Regie-Debüt
Franka Potente ist mit zwei Filmen auf der diesjährigen Berlinale vertreten: als Schauspielerin im Wettbewerbsfilm ELEMENTARTEILCHEN des deutschen Regisseurs Oskar Roehler, sowie mit ihrer ersten eigenen Regie-Arbeit (DER DIE TOLLKIRSCHE AUSGRÄBT) in der Reihe „Perspektive Deutsches Kino“. Dieser Film ist ein ‚echtes’ Stummfilm-Melodram aus den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs, d.h. mit Zwischentiteln und exaltiert wortlosem Spiel der Akteure. Die einzige Person, deren Stimme vernehmbar ist, kommt als Fremdling aus der Zukunft unserer Jetzt-Zeit – doch sind die Sinne der anderen Darsteller nicht darauf eingerichtet in dieser seltsamen Manier zu kommunizieren. In ihrem ersten Film als Regisseurin jongliert Franka Potente souverän mit Erzählmustern der Stummfilmzeit – ebenso lustig wie ernsthaft. Wir beobachten Franka Potente bei der Endfertigung ihres eigenen Films und begleiten sie in der kurzen Ruhe vor dem großen Sturm der Berlinale, die am 9.2. beginnt. Franka Potente hat zwischen 2002 und 2004 in Los Angeles gelebt, inzwischen ist sie wieder nach Berlin zurückgekehrt, weil sich für sie die Stadt einfach nach Heimat anfühlt.
150. Todestag - Heinrich Heine
„Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht...“ schrieb Heinrich Heine seiner Heimat einst ins Stammbuch. Vor 150 Jahren - am 17. Februar - starb der Düsseldorfer in Paris, nach einem Vierteljahrhundert im französischem Exil. Doch setzte sich kaum ein anderer Dichter so vehement mit Deutschland und den Deutschen auseinander – mal wehmütig, mal mit bösem Spott: Göttingen, schreibt Heine in seinen „Reisebildern“, sieht man am besten mit dem Rücken an. Und in Berlin fragt er sich, ob hier vielleicht auch die Bäume exerzieren. In den Deutschen erkennt Heine in „Deutschland. Ein Wintermärchen“ schon früh die „sentimentalen Schelmen, an denen stets der Bandwurm des Weltschmerzes nagt“ und prophezeit einen schrecklichen „deutschen Donner“: „Wo man Bücher verbrenne, verbrenne man am Ende auch die Menschen“. Aktuell aber blieb Heine vor allem aufgrund seiner virtuosen Sprachgewalt. Die Nazis wollten den Namen des Juden Heine tilgten und kamen doch an seinem Werk nicht vorbei. In der Schulfibel hieß es über Heines „Loreley“: „Verfasser unbekannt“. METROPOLIS erinnert an den Dichter, sein schwieriges Verhältnis zu Deutschland, seine Liebe zu den Frauen und sein bisher wenig bekanntes Dasein als Aktienbesitzer, denn Heine war nicht der „arme Poet“, für den er gern gehalten wird.
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Buch: Fritz J. Raddatz, Taubenherz und Geierschnabel. Heinrich Heine - Eine Biographie, Beltz 2006
Metropolenreport
Der Metropolenreport berichtet über aktuelle Events der Kulturszene: Vivienne Westwood wird mit großer Retrospektive in Düsseldorf gefeiert. Joseph Beyus starb vor 20 Jahren: Ausstellungen landauf, landab ehren den einflussreichen Schamanen des Kunstbetriebs. Wir sprechen u. a. mit seinem Verleger Klaus Staeck. Und: ein letztes Wort zum Volkspalast.
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Vivienne Westwood:
Vivienne Westwood - Prinzessin Punk
6. 2 - 14. 5. 2006 im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf
http://typo3/http://www.nrw-forum.de/*
Joseph Beuys, Ausstellungen (Auswahl):
Joseph Beuys, Lebenslauf – Werklauf. Hommage an Joseph Beuys anlässlich des 20. Todestages, 21.1. – 23.4.2006, Hamburger Bahnhof, Berlin
http://typo3/http://www.hamburgerbahnhof.de/*
Der Tod hält mich wach« - Eine Ausstellung zum 20. Todestag von Joseph Beuys,
20.1. bis 23.04.2006, Pinakothek der Moderne, München
http://typo3/http://www.pinakothek.de/*
Joseph Beuys in Aktion. Heilkräfte der Kunst. Hommage zum 20. Todestag
21.01.2006 - 19.03.2006 in der Stiftung Museum Kunst Palast, Düsseldorfhttp://typo3/http://www.museum-kunst-palast.de
Skin - Die Wut kehrt zurück: „Fake Chemical State“
Deborah Ann Dyer alias Skin meldet sich mit ihrem zweiten Soloalbum „Fake Chemical State“ zurück. Der schwarze Engel des Crossover machte in den 90er Jahren als charismatische Frontfrau der Band „Skunk Anansie“ von sich reden. Mit sensationellen Live-Auftritten, drei hochgelobten Studioalben und einer Musikmischung, die sich einer eindeutigen Zuordnung verweigerte, war die Band eine Zeit lang der angesagteste musikalische Export der britischen Insel. Nach der Trennung 2001 ging Skin eigene Wege. Das Gefühl für persönliche Texte und unbestimmte, störrische nicht zuordenbare Musik blieb. Um so überraschender ihr erster Soloausflug „Fleshwounds“ (2003). In ruhigem Ton und düsteren Worten besang sie eigene Beziehungskrisen und verschreckte so manchen eingefleischten Skunk Anansie Fan. Doch dass wird sich jetzt ändern. „Fake Chemical State“ heißt ihr neues, lautes und aggressives Bekenntnis. Als dreckigen, rauhen Garagensound beschreibt die Britin das neue Album und als eine Bestandsaufnahme ihrer selbst. Die Wut kehrt zurück, mit neuem Label und dem Strokes-Produzenten Gordon Raphael. Ob sie damit ihre Fans aus „Skunk Anansie“-Zeiten zurück erobert, wird sich zeigen. METROPOLIS spricht mit der vielseitigen Sängerin über ihren Erfolg, das neue Album und die Schwierigkeit einen wirklich guten Song zu schreiben.
Die Krise öffnet den Menschen das Herz - und schließt das Hirn
Wir haben Winter und wenig Erfreuliches passiert in unserem Land. Doch im Bereich der massenhaft publizierten Literatur werden Gewinne gemacht, und im Fernsehen erzielen unterhaltende Stoffe traumhafte Einschaltquoten. Telenovelas, das sind Herz-Schmerz-Geschichten wie „Julia“ oder „Bianca“, sind der Renner der Saison. Eine Welt, in der das Gute siegt, in der Wunsch und Wirklichkeit miteinander verschmelzen, in der scheinbar auswegslose Konflikte lösbar sind - das finden Fans in romantischen Buchreihen und Fernsehserien. METROPOLIS begibt sich auf den Set einer Telenovela, wo pro Tag 45 Minuten Programm eingefahren werden, trifft den Fernsehwissenschaftler Lothar Mikos, der sich intensiv mit dem Thema der Trivialisierung in den Massenmedien beschäftigt hat, und den Groschenromanverle-ger Gerhard Melchert. Trivialliteratur und Telenovelas boomen – hat das Herz nun den Intellekt besiegt?
Deutscher Film bei der Berlinale
Vier deutsche Wettbewerbsbeitrage auf der Berlinale zeigen, dass man mit Deutschem Kino wieder rechnen kann. Eine junge Garde an Filmemachern scheint sich Stück für die Stück die Leinwand national und international zurück zu erobern. Die Regisseurin Valeska Grisebach überzeugt mit einem semidokumentarischen Film aus der ostdeutschen Provinz, Hans Christian Schmid nähert sich dem Exorzismus in einer deutschen Kleinstadt und Dominik Graf läßt die 60iger wieder auferstehen. METROPOLIS hat die Regisseure und ihre Darsteller zur Berlinale getroffen und fragt nach dem Erfolgsrezept für den Deutschen Film.
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Metropolis
Informationen zur Sendereihe
Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.
Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".
Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.




