Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
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Unter anderem mit folgenden Beiträgen:
Anne Teresa De Keersmaker – „Sister“
Autorin: Susan Chales de Beaulieu
„Sister“ heißt das neue Stück der berühmten belgischen Tänzerin und Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker, die Alltagsgesten und Individualität in eine neue Formsprache übermittelte. Das Besondere jetzt: Anne Teresa de Keersmaeker tanzt wieder selbst, jedoch in der Choreografie eines anderen! Die stammt vom Franzosen Vincent Dunoyer, der zusammen mit Tänzern ihrer Compagnie Rosas das Stück auf die Bühne bringt. Mit Spannung wird erwartet, wie die 46-jährige De Keersmaeker sich „Sister“ aneignet. Zur Zeit denkt sie über neue Wege nach. Ihr Vertrag an der Brüsseler Monnaie-Oper, wo sie für den Tanz viele Jahre wichtige Aufbauarbeit leistete, war nicht verlängert worden. "Die Tänzer werden wohl free lance arbeiten müssen", deutet sie die Veränderung der Arbeitsverhältnisse an. Ein neues Fototanzbuch aus dem Verlag Kieser, das sinnlich und präzise das Universum der Anne Teresa de Keersmaeker beleuchtet, erscheint dieser Tage. Mitte September werden die Compagnie Rosas und Anne Theresa De Keersmaeker eine Europatournee mit „Sister“ beginnen. Metropolis war bei der Welturaufführung des Stoffes in Wien dabei.
Opération Turquoise
Autorin: Nadja Korinth
Gerade laufen in Ruanda die Dreharbeiten für den französischen Spielfilm “Opération Turquoise”. Es ist die erste fiktionale Auseinandersetzung mit der zwiespältigen Rolle der französischen Armee während des Ruanda-Konflikts. Regisseur ist Alain Tasma, der mit seinem Film über ein Massaker der französischen Polizei an algerischen Demonstanten “Nuit Noir” (2005) schon einmal die dunklen Seiten der postkolonialen französischen Politik thematisiert hat. Er legt nun wieder seinen Finger in eine schwärende Wunde der französischen Gesellschaft. In “Opération Turquiose” geht es um eine Militäroperation, die 1994 in Ruanda stattfand. Frankreich wurde durch die Vereinten Nationen mit der Bildung einer militärischen Schutzzone beauftragt, die aber dem Morden zwischen Hutu und Tutsi keineswegs ein Ende setzte. Noch immer ist die Haltung der Franzosen während des Genozids Gegenstand hitzigster Debatten, innerhalb Frankreichs, aber auch im Ausland. Im Winter 2006 eskalierten die Spannungen zwischen Frankreich und Ruandas Regierung. Ein französischer Richter hatte den ruandischen Präsidenten Kagamé sowie neun weitere Personen aus Regierungskreisen für den Abschuss eines Flugzeugs am 6. April 1994 verantwortlich gemacht, bei dem u.a. Kagamés Amtsvorgänger Präsident Habyarimana ums Leben kam, und stellte Haftbefehle aus. Das vermeintliche Attentat gilt als Ausgangspunkt der Gemetzel zwischen Hutu und Tutsi, denen etwa 1 Million Menschen innerhalb kurzer Zeit zum Opfer fielen. Kagamé mutmaßte, Frankreich wolle durch diese Haftbefehle von seiner eigenen Verstrickung in den Völkermord ablenken und reagierte mit dem Rückruf seines Botschafters.
Der Metropolis-Beitrag zum Film „Opération Turquoise“ begleitet die Dreharbeiten an den Originalschauplätzen, spricht mit Regisseur, Schauspielern und Statisten, zum Teil Überlebende des Genozids.
Alex Capus: Eine Frage der Zeit
Autor: Frank Vorpahl
Im Jahre 1913 gingen 5000 riesige Holzkisten der Meyer-Werft Papenburg auf die Reise von Daressalam an den Tanganikasee. Aus den Kisten wurde in ein paar Monaten ein mächtiges Dampfschiff – die „Graf Goetzen“ – zusammengeschraubt. Sie sollte die deutsche Herrschaft über die Kolonie Ostafrika dauerhaft sichern. Doch als der Erste Weltkrieg ausbricht, stationierten auch die Briten zwei Kanonenboote auf dem See. Der Kampf wäre nicht zu gewinnen gewesen. Die „Goetzen“ wurde aus Sicherheitsgründen versenkt, allerdings gut geschmiert. Dieser bizarren historischen Konstellation gewinnt jetzt der Schweizer Autor Alex Capus in seinem Roman „Eine Frage der Zeit“ ein bislang unerzähltes Stück Kolonialgeschichte ab. Capus´ Kunst besteht darin, die Fakten durch fiktive Figuren aufzuladen und so den kolonialen Alltag erlebbar zu machen – mit seinen tragischen und auch komischen Momenten. Denn im Herz der Finsternis erweisen sich die strategischen Pläne der konkurrierenden Kolonialmächte als bloße Makulatur. Nur das Schiff überlebt alle Schicksalsstürme und verkehrt bis heute zwischen Tansania und Sambia.
Metropolis
Informationen zur Sendereihe
Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.
Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".
Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.




