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Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

ARTE So 20.08.06, 18:05 Uhr

Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

Wie viele Zähne hat der Haifisch noch?  Bertolt Brecht zum 50. Todestag
Autor: Frank Eggers
Anlässlich seines 50. Todestages am 14.8. wird der Dichter Bertolt Brecht aller Orten geehrt. Seine Heimatbühne, das Berliner Ensemble, veranstaltet bis zum 3.9. ein Brecht Fest mit vielen Aufführungen, darunter Inszenierungen von Claus Peymann und Achim Freyer. Unweit davon, im neu eröffneten Berliner Admiralspalast, wird „Die Dreigroschenoper“ von einem Starensemble unter der Regie von Klaus Maria Brandauer aufgeführt. Ein besonderer Coup der Besetzungsliste: Campino, Deutschlands beliebtester Punker und Chef der Band „Die Toten Hosen“ spielt den Gauner Mackie Messer. Metropolis erliegt gern der neuen Brechteuphorie und fragt die Protagonisten, was uns der Dichter noch zu sagen hat.


Filmpremiere am Ende der Welt - Die Buddhas von Bamiyan
Autorin: Sabine Jainski
Es waren die größten stehenden Buddha-Statuen der Welt. Tausendfünfhundert Jahre lang wachten sie einsam und vergessen im Herzen des Hindukusch, in einem abgelegenen Tal des heutigen Afghanistan, bis sie im März 2001 unter den Augen einer entsetzten Weltöffentlichkeit von fanatischen Taliban gesprengt wurden: die Buddhas von Bamiyan. Im August nun startet Christian Freis Film "The Giant Buddhas" in deutschen Kinos. Erzählt wird die Geschichte der Statuen bis zu ihrer Zerstörung. Der auf Festivals weltweit gefeierte Film wird vorab den Bewohnern von Bamiyan gezeigt, an dem Ort also, an dem die Statuen bis zu ihrer Vernichtung zu finden waren. Nie zuvor wurde in diesem Tal am Ende der Welt ein Film gezeigt! Direkt vor der leergesprengten Nische des großen Buddhas soll eine riesige Leinwand aufgestellt werden. Die Bewohner des Tales, in dem es heute noch keine Elektrizität gibt, werden zugegen sein, der Regisseur, Protagonisten des Films, Ehrengäste aus Politik und Kultur. Metropolis ist bei dieser außergewöhnlichen Filmpremiere dabei und spricht unter anderem mit dem Regisseur Christian Frei, Sayyed Mirza Hussain, einem Höhlenbewohner, der als Zeuge die Sprengung der Statuen miterlebte, sowie Professor Zémaryalaï Tarzi, einem Archäologen, der heute im Tal mit Hilfe von zweihundert afghanischen Arbeitern nach einer verschollenen Riesenskulptur, einem "schlafenden Buddha" sucht. Denn die Geschichte der Buddhas von Bamiyan geht weiter.


Buchbranche im Umbruch - Trendverlage auf dem Vormarsch
Autor: Matthias Zuber
Die Buchbranche atmete auf, als 2005 erstmals seit vier Jahren der Umsatz wieder anstieg, auf 9,2 Milliarden Euro. Der Markt befindet sich in Bewegung. Die Bedeutung des Onlinehandels nimmt zu, die des traditionellen Buchhandels ab, der Konzentrationsprozess in der Verlagsszene geht weiter, die Kommerzialisierung des Mediums Buch setzt sich fort. Trotzdem scheint genau jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um als junges Verlagsunternehmen an den Markt zu gehen. Denn intellektuelle Impulse kommen weniger aus den eingesessenen Unternehmen wie Suhrkamp, Hanser oder Rowohlt, sondern vielmehr von Neulingen wie etwa Blumenbar aus München. Innovative Unternehmen wie kookbooks, Tisch 7, Tropen und orange press sehen sich als Laboratorien, in denen neue Inhalte, Styles und Ästhetik für den Buchmarkt entwickelt werden. Die Jungverlage wollen sich vernetzen, ein eigenes Kundenmagazin in die Buchhandlungen bringen und vielleicht sogar ein eigenes Vertreternetz aufbauen. Metropolis zeigt, wie eine neue Verlagsgeneration den „Alten“ das Fürchten lehrt und sich für den Bücherherbst wappnet.


MYSA – Wie Fußball und Kultur in einem Slum in Kenia zu Trägern der Hoffnung werden
Autoren: Carsten Binsack; Michael Heine
Megacitys drohen den Planeten zu überziehen, so eine neue Studie der UN-Habitat. Erstmals in der Geschichte wird 2007 jeder zweite Mensch in einer Stadt leben - mehr als ein Drittel davon in Slums. Besonders südlich der Sahara entstehen riesige Elendsquartiere. Das Mathare-Slum von Nairobi, Kenia, ist eines der größten und verruchtesten von Afrika. Wer hier geboren wird, stirbt auch meist hier. Gegen diese Ausweglosigkeit kämpft die „Mathare Youth Sport Association“ (MYSA). Gegründet hat sie der Kanadier Bob Munro, der im Auftrag der UN 1987 nach Nairobi kam und dort blieb. Auf zwei Säulen wollte Munro die Zukunft der Kinder von Mathare aufbauen: auf Kultur und Fußball. Gerade hat die Mannschaft des Mathare-Slums bei der parallel zum FIFA-Worldcup stattfindenden Straßenfußball-Weltmeisterschaft den Titel gewonnen. Doch für MYSA zählen nicht nur Tore: die Jugendlichen, die in einer Slum-Liga um Sieg und Punkte kämpfen, sammeln auch Müll, fegen die Straßen und bauen Abwasserkanäle. Gleichzeitig engagieren sich viele in kulturellen Projekten. MYSA veranstaltet Lyrik-Kurse, hat Theater- und Kunstgruppen, vergibt Stipendien an Begabte. Eine erfolgreiche MYSA-Aktion war „Shootback“: Jugendliche aus dem Slum zogen mit Fotoapparaten los und machten Bilder von ihrem Alltag. Ein Buch und Ausstellungen dokumentierten diese Arbeit. Bereits zweimal wurde MYSA für den alternativen Nobelpreis nominiert. Die Studie der UN-Habitat zeigt, dass bereits jetzt eine Milliarde Menschen in den Elendsvierteln rund um die Millionenstädte der Schwellen- und Entwicklungsländer leben. Nach Schätzungen von Habitat landen jedes Jahr 27 Millionen Menschen neu in den Slums der Großstädte. Wie kann man diese Probleme meistern? Wie geht die Organisation MYSA mit diesen Tatsachen um? METROPOLIS führt Sie in Gegenden, die kein Tourist in Kenia sieht, und wagt einen Blick in eine unsichere Zukunft.


Metropolenreport August
Autorin: Eva Schmidt
Der Metropolenreport im August berichtet über Ereignisse und Begebenheiten aus Film, Gesellschaft und Musik. Unter anderem geht es um den neuen Film „Adams Äpfel“ des dänischen Regisseurs Anders Thomas Jensen, der am 31. August in die deutschen Kinos kommt. Die bissige Komödie erzählt von der alten Frage nach Gut und Böse und lebt dabei vor allem von ihrer skurrilen Situationskomik und ihren großartigen Darstellern. Außerdem berichten wir über zwei Wahlberliner mit einer ausgefallenen Idee: Mit ihrem neu gegründeten Unternehmen „Teddy-Tour-Berlin“ bieten sie Stadtrundfahrten für Kuscheltiere an. Metropolis hat die knuffige Reisegruppe auf ihrer Tour begleitet. Danach lauschen wir der Jazzsängerin Madeleine Peyroux, die auf ihrem neuen Album „Half the perfect world“ Klassiker von Tom Waits bis Leonard Cohen auf entspannte Weise sehr persönlich interpretiert. 
 
 

Metropolis


Informationen zur Sendereihe

Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.

Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".

Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.

Sendungsarchiv

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