Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
Porträt: Xiao Hui Wang
Autorin: Christina Haberlik
Xiao Hui Wang ist Stilikone und Superstar in China und wird zunehmend auch in Deutschland prominenter. Sie lebt abwechselnd in Shanghai und in München. Ihre Aktivitäten begannen mit Filmarbeiten. Inzwischen hat sie sich international einen Namen als Fotografiekünstlerin gemacht. Sehr bekannt wurden ihre Akt-Serien und Blütenaufnahmen, die sie äußerst erotisch in Szene setzte. Vor kurzem erschien ihre fotografische Autobiografie „Mein visuelles Tagebuch“ bei Hoffman und Campe. Da Xiao Hui Wang schon immer fotografierte, konnte sie ihr ganzes bisheriges Leben fotografisch dokumentieren. Eine sehr persönliche Arbeit, die wir in Metropolis vorstellen wollen. Außerdem: noch bis zum 7.1.2007 ist im Mannheimer Reis-Engelhorn-Museum eine Ausstellung mit dem Titel ‚Foto-China’ zu sehen, die Xiao Hui Wang initiierte. Die Bilder, die in einen Wettbewerb ausgewählt wurden, geben Aufschluss über Geheimnis, Poesie und Modernität eines Landes, das uns oft ebenso fern wie fremd erscheint. Hier zeigt sich das junge China, für das Xiao Hui Wang eine wichtige Stimme ist.
Metropolenreport
Autoren: Frank Eggers, Eva Lading
Der Metropolenreport im Dezember präsentiert folgende Themen: Er fotografiert an Kriegsschauplätzen die oft grausige Wirklichkeit, der andere arrangiert seine Motive zu einer betörenden Künstlichkeit: in Berlin werden der Mode- und Werbefotograf David LaChapelle und der Meister der Reportagefotografie James Nachtwey zusammen in einer Ausstellung zu sehen sein, bis zum 20. Mai 2007 in der Helmut Newton-Foundation.
Außerdem: Was kann Oper heute noch zeigen? Lässt sich das siechende Musik-Genre neu erfinden? Regisseur Andreas Bode und der Dirigent Titus Engel zeigen, wie es gehen könnte. In Hamburgs Kampnagelfabrik inszenieren sie „Orpheus und Eurydike“ zu Monteverdis Musik neu.
Und: Regisseur Ken Loach erzählt in seinem jüngsten Film „The Wind that Shakes the Barley“ vor dem Hintergrund gewalttätiger Auseinandersetzungen in Irland die hitzig-ungestüme Geschichte zweier Brüder und einer Liebe. Der Film wurde in Cannes mit der goldenen Palme ausgezeichnet und startet am 28.12. in den Kinos.
Reportage: Die Restauration des Friedhofs von Sopianae
Autor: Michael Kluth
Der Friedhof von Sopianae in der ungarischen Stadt Pécs zählt zum Weltkulturerbe. Er gilt als die bedeutendste frühchristliche Begräbnisstätte außerhalb Roms. Jahrelang liefen hier umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Am 15. Dezember nun werden einige der wichtigsten Grabkammern der Öffentlichkeit übergeben. Man kann dann 1600 Jahre alte Wandgemälde sehen, die Aufschluss vom Übergang heidnischer Riten zu christlichen Bestattungsbräuchen geben. Der Friedhof bietet architektonisch vielseitige Sakralbauten. Der gesamte Komplex erstreckt sich vom Domplatz bis zum Széchenyi-Platz, dem Herzen der Stadt. Mittendrin steht auch eine ehemalige Moschee: Zeichen dafür, dass in „Fünfkirchen“, so wohl die ursprüngliche Bedeutung des Namens Pécs, auch Moslems eine lange Zeit mit Christen zusammen gelebt haben. Von 1543 bis 1686, herrschten die Türken in Pécs. Baudenkmäler aus dieser Zeit sind erhalten und werden zum Teil gerade restauriert. Islamische und christliche Geschichte lässt sich im Stadtbild ablesen. Gezeigt werden kann, dass die Beziehung zwischen den Religionen nicht immer von Kampf und Leid geprägt war. So bietet Vergangenheit auch utopisches Potential.
Nebenbei: Pécs wird im Jahr 2010 Kulturhauptstadt Europas sein.
Ferran Adria – Grenzgänge zwischen Kulinarik und Kunst
Autor: Piet Eekman
Das El Bulli, einst ein unbedeutendes Lokal an einer abgelegenen Bucht der Costa Brava, ist heute zu einem Wallfahrtsort für Gourmets der ganzen Welt geworden. Wer dort essen will, muss schon zwei Jahre im voraus reservieren, um einen Platz zu bekommen. Früher? Unmöglich. Denn dort arbeitet der genialste, verrückteste und originellste Koch der westlichen Welt. Er heißt Ferran Adriá. Und weil Kochen für ihn auch etwas mit Design und Kunst zu tun hat und man das nicht nur schmeckt, sondern auch sieht, erhielt Ferran Adria gerade den mit 50.000 Euro dotierten “Lucky Strike Award”, einen begehrtern Designpreis. Und für die Documenta 2007 ist der Kochkünstler auch ein eingeladen: natürlich nicht, um in Kassels Fridericianum die Kantine zu kommandieren, sondern um seine Arbeit innerhalb der weltweit größten Schau für Gegenwartskunst vorzustellen. METROPOLIS vermittelt Einblicke in die Zauberküche Ferran Adrias und Ausblicke auf die Documenta.
Metropolis
Informationen zur Sendereihe
Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.
Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".
Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.




