Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE
Wenders wird 60 Jahre alt
Wim Wenders ist einer der bedeutendsten Filmregisseure weltweit. Etwa zeitgleich mit seinem 60. Geburtstag startet sein neuer Film: „Don’t Come Knocking“ in den deutschen Kinos (23.8.). Geboren am 14. August 1945 in Düsseldorf, studierte er zunächst Medizin, Philosophie und Kunst, wechselte dann aber zur Hochschule für Film und Fernsehen in München. Gleich mit seinen ersten Spielfilmen („Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“, „Im Lauf der Zeit“ und „Der amerikanische Freund“) wurde er weltberühmt . In den achtziger Jahren hatte er seine Handschrift zur Perfektion entwickelt („Paris, Texas“, „Der Stand der Dinge“ und „Der Himmel über Berlin“). Im Jahrzehnt darauf folgten Wiederholungen und Manierismen, Krisen und Flops. Man sprach allenthalben schon vom künstlerischen Ende des Regisseurs. Für viele überraschend, fand Wim Wenders, der ehemals ätherische Sensibilist des Deutschen Films, zu einem geerdeten Stil. Mit dem Musikfilm „Buena Vista Social Club“, für den er eine Oscar-Nominierung erhielt, kehrte auch der Erfolg zurück. Nun wird Wim Wenders in Locarno bei den Festspielen für sein Lebenswerk geehrt. METROPOLIS trifft den Regisseur und befragt ihn zu seiner dreimaligen „Häutung“.
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Die DVDs der Wim Wenders Edition sind erhältlich bei ARTHAUS
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Wim Wenders Filme auf ARTE: „Der amerikanische Freund“, 22.8.2005; „Im Lauf der Zeit“, 29.8.2005; „Der Stand der Dinge“, 31.8.2005
http://typo3/http://www.wim-wenders.com/
Hoyerswerda – 50 Jahre Plattenbau
Am 31. August 1955, vor 50 Jahren, wurde der Grundstein gelegt für die Neustadt von Hoyerswerda. Hoyerswerda, ein Name, eine Stadt, doch auch ein Symbol. Einst stand es für die Machbarkeit der Dinge. Hier baute die DDR die „sozialistische Stadt“, eine Stadt für den „neuen Menschen“, in der es Arbeit für alle gab, alle gleich sein sollten und gleich wohnen konnten: in ihrem Plattenbau. Den Lebensunterhalt verdienten sie im Kombinat „Schwarze Pumpe“, dem größten Energielieferanten der Republik. Heute symbolisieren Stadt und Architektur das Leben nach der Wende in den neuen Ländern. Viele Gebäude stehen leer und verkommen. Die Abrissbirne kreist. Hoyerswerda ändert sein Gesicht abermals, schrumpft schneller, als vor 50 Jahren aufgebaut werden konnte. Erst gingen die Menschen, nun verschwinden die Gebäude und mit ihnen die Erinnerung an den utopischen Anspruch, der einmal die Architekten in Hoyerswerda antrieb. Aus dem ganzen Land zogen junge Menschen hierher, um den Neuanfang zu gestalten. Heute, fünf Jahrzehnte später: Erbauer und Bewohner sind gemeinsam alt geworden. Ihre Kinder verlassen die sterbende Stadt. Die Häuser, die für den Beginn der neuen Epoche standen, werden planiert. METROPOLIS erzählt die Geschichte einer Stadt der Extreme. Erst ein schwindelerregender Aufschwung: innerhalb weniger Jahre schnellte die Einwohnerzahl von 7000 auf 70000 hoch. Dann, mit dem Fall der Mauer, der Aderlass: über 40000 Menschen verließen in den letzten Jahren ihre Heimat.
Ruhrtriennale – zum Start des Theaterfestivals
Wo früher Kohle gefördert wurde, wird heute Kunst gemacht. Die Ruhrtriennale, 2002 von Gerard Mortier ins Leben gerufen, gehört schon jetzt zu den herausragendsten europäischen Festivals. Die Idee: In stillgelegten Zechen und alten Hochöfen finden innovative Inszenierungen statt. Der Pott wird so zu neuem Leben erweckt. Was Mortier vorangetrieben hat, wird ab jetzt von Jürgen Flimm fortgeführt. Zuletzt Intendant des Thalia–Theaters Hamburg und Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele, übernimmt er nun die Intendanz der Ruhrtriennale. Flimms Programm steht ganz im Zeichen der Romantik. Sie geht mit den Auftrittsorten, den architektonischen Zeugnissen der industriellen Revolution, eine spannende Verbindung ein. Am 20. August beginnt die Ruhrtriennale. Gezeigt werden zunächst 25 Produktionen, der Großteil davon Uraufführungen von Auftragswerken der Triennale. In den folgenden zwei Jahren kümmert sich das Festival um die Epoche des Barock und das Mittelalter. Metropolis lässt sich das Konzept des Theatermarathons erläutern und wirft einen Blick hinter die Kulissen der Veranstaltung.
http://typo3/http://www.ruhrtriennale.de/
Metropolen-Report
Nachrichten und Events: Kurz bevor der Palast der Republik abgerissen werden soll, bauen Künstler mitten in Erichs Lampenladen einen riesigen Berg und gründen gleich noch eine Partei dazu, um die Kunst nicht allein dem Streben der Politiker zu überlassen. Im August werden Kunstschaffende den Berg als Bühne nutzen. Außerdem berichten wir über Berlins Goya-Ausstellung, den Film „Klassenleben“ von Hubertus Siegert, eine ARTE-Koproduktion, die schottische Sängerin KT Tunstall und das prominent besetzte Festival „Tanz im August“.
Festival „Tanz im August“ bis 30.8.2005 in Berlin
Jérôme Bel: „Véronique Doisneau“ 21.8.2005
Michael Laub: „Alone“ (mit Astrid Endruweit) / „Grégoire“ 22.+23.8.2005
Außerdem: The Forsythe Company, Rosas / Anna Teresa de Keersmaeker, Luc Dunberry, Constanza Macras, Meg Stuart, Compagnie Maguy Marin, Sasha Waltz u.a.
http://typo3/http://www.tanzimaugust.de/
Michel van der Aa
Der Holländer Michel van der Aa ist einer der besten Nachwuchskomponisten für Neue Musik. Die Kritiker lieben den 35-jährigen und sind sich sicher, dass er „tonangebend für die Zukunft der zeitgenössischen Musik“ sein wird (Budapest Sun). Gerade erhielt van der Aa den Förderpreis der Ernst von Siemens-Musikstiftung, einen der international höchstdotierten Nachwuchspreise. Gleich drei Berufe hat van der Aa erlernt: der Ausbildung zum Tontechniker den Haag folgte ein Kompositionsstudium am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Dann studierte er Filmregie an der New York Film Academy. Kein Wunder, dass van der Aa gern mit verschiedenen Ausdrucksmitteln und Medien spielt, Klang und Bild zur „thrillerartigen” Gesamtkomposition verknüpft. „Bei van der Aa handelt es sich tatsächlich um einen in Musik denkenden Dramatiker,” urteilte ein Kritiker. Für ihn seien Klänge das, was Menschen für den Theatermacher sind. So gelänge es van der Aa, Bilder noch beim fantasielosesten Zuhörer wachzurufen.
Das Publikum kann diese These beim Festival in Luzern überprüfen. Dort wird am 27. August 2005 van der Aas Neukomposition “Imprint” Welturaufführung haben. METROPOLIS hat Michel van der Aa bei Proben in Amsterdam und Freiburg besucht.
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Metropolis
Informationen zur Sendereihe
Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.
Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".
Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.




