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Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

ARTE Sa 12.03.05, 22:35 Uhr

Metropolis - Das Kulturmagazin auf ARTE

Geburtstagsjingles
Zum 10. Geburtstag von METROPOLIS führen Geburtstagsjingles durch das Programm: die Band „Wir sind Helden“ gibt ein Ständchen, Otto Sander erzählt, was er im Fernsehen gerne sieht und die Zeichnerin Lilian Mousli malt uns was Schönes. METROPOLIS wird 10 – feiern Sie mit!

Wir sind Helden – „Gekommen um zu bleiben“
Mit mehr als 500.000 verkauften Alben lieferte die Newcomerband „Wir sind Helden“ das erfolgreichste, deutschsprachige Debütalbum aller Zeiten. Sowohl Publikum als auch Presse lobten die Band überschwänglich für ihre Musik und die klug-verspielten Texte der Frontfrau Judith Holofernes. Nach der ausverkauften Tour im Herbst vergangenen Jahres zog sich die Band zurück, um an ihrem Nachfolgealbum zu arbeiten. Nach vier Monaten melden sich „Wir sind Helden“ nun zurück.
"Gekommen um zu bleiben" lautet die erste Single des Anfang April erscheinenden Albums. Ein Statement, das der Frage nach der Zukunft der Band frech vorausgreift. Den großen Erwartungen, die ihnen sowohl von Seiten des Publikums, der Medien als auch der eigenen Plattenfirma entgegen gebracht werden, begegnen sie mit einem fröhlich-swinglastigem Stück Musik. "The höher they come, the tiefer they fall" heißt die verschmitzte Anfangszeile des neuen Songs. Vielleicht werden uns die „Helden“ mit ihrem Nachfolgealbum das Gegenteil beweisen.

Forum des Halles
Das Herz von Paris wird neu gestaltet. Bis 1969 waren “Les Halles“ der Marktplatz der Stadt, dann wurde dieser an den Stadtrand verlegt und in vierzehnjähriger Bauzeit das Forum des Halles aus dem Boden gestampft. Nun soll der architektonische Schandfleck ein neues Gesicht bekommen. Die Entscheidung des dafür ausgeschriebenen Wettbewerbs ließ lange auf sich warten. Letztlich bekam der nahezu unbekannte Architekt David Mangin den Auftrag. Sein Entwurf ist der bescheidenste und kostengünstigste unter den Vorschlägen zur Neugestaltung des Areals, zu denen Stararchitekten wie u.a. der Holländer Rem Koolhaas kühne Ideen entwickelten. Die Zeit der großen Bauprojekte in Paris scheint jedoch beendet zu sein. Befürworter einer mutigen Moderne zeigen sich von der Entscheidung enttäuscht. Anwohner und Bürgerinitiativen aber bevorzugten Mangins Pläne. Setzt die Stadtregierung damit ein Zeichen für kommunale Demokratie? Oder will Paris Bürgermeister Delanoe einfach Kosten sparen, weil er mit dem „Projet Olympique 2012“ liebäugelt? Oder ist Mangins Entwurf vielleicht doch besser als sein schlichter Ruf?

Die „Becher-Schule“ - Das Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher
"Wir haben nicht die Absicht, aus alten Industriegebäuden Reliquien zu machen, aber wir möchten eine einigermaßen lückenlose Kette der unterschiedlichen Erscheinungsformen herstellen.“
(Bernd & Hilla Becher, 1969)
Hochöfen, Gasbehälter, Wassertürme und Kohle-Bunker. Seit über vier Jahrzehnten dokumentieren Bernd und Hilla Becher die industriellen Denkmäler Europas und Nordamerikas und verfügen so ganz nebenbei über das weltweit größte Foto-Archiv industrieller Bauten. Mit ihren detailscharfen Schwarzweiß-Aufnahmen haben sie gleichzeitig eine fotografische Kunstrichtung entwickelt, die bis heute mehrere Generationen geprägt hat: Die beiden Künstler gelten als Pioniere der deutschen Konzept-Fotografie und sind die Begründer der weltberühmten „Becher-Schule“.
Prominente Fotografen wie Candida Höfer, Thomas Struth, Andreas Gursky und Thomas Ruff gingen aus der renommierten „Künstlerklasse für Fotografie“ an der Kunstakademie Düsseldorf hervor, und auch in anderen Teilen Europas dient die berühmte Fotoschule längst als Vorbild der Konzept-Fotografie.

  • Bernd Becher & Hilla Becher: “Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes“. Schirmer/Mosel 2000. ISBN: 3888140056, 68,00€
  • Bernd Becher, Hilla Becher & Thierry de Duve: “Grundformen“. Schirmer/Mosel 1999. ISBN: 3888149592


Yamato – The Drummers of Japan
Zwar ist der Schintoismus seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr die Staatsreligion Japans. Aber im Land der aufgehenden Sonne schlägt das Herz vieler Menschen weiter für jene Naturreligion, in der alles ein Medium des Göttlichen ist. Auch eine Trommel. Und eine wirkliche Trommel ist für echte Japaner nur eine „Taiko“. Die Taiko schlägt den Rhythmus der Welt. Keine Gruppe beherrscht das Spiel auf dem traditionellen Instrument so gut wie „Yamato“. Benannt nach einem alten Herrschergeschlecht, gründete sich das faszinierende Ensemble 1993 in Nara, der ersten japanischen Königstadt. Wörtlich bedeutet „Taiko“ „dicke Trommel“. Die größte, die Yamato verwendet, hat einen Durchmesser von 1,70 Meter und wiegt 400 Kilogramm. Nach ausverkauften Sälen bei den letzten Tourneen ist „Yamato“ im Frühjahr und Sommer wieder in Europa zu hören.
„Metropolis“ hat die Künstler in Japan besucht.


Günther Uecker im Gropiusbau
Ab 11. März ehrt der Berliner Gropiusbau den Maler und Objektkünstler Günther Uecker. Den Anlass zu dieser bisher umfangreichsten Werkschau bietet dessen bevorstehender fünfundsiebzigster Geburtstag. Rund 240 Arbeiten aus allen Schaffensphasen werden gezeigt, darunter viele der Nagelbilder, die Günther Uecker zu einem der berühmtesten deutschen Künstler der Nachkriegszeit werden ließen. Uecker wurde am 13.3.1930 in Wendorf/ Mecklenburg geboren. Seine Biografie machte ihn zu einem „gesamtdeutschen“ Künstler, wegen seiner realen und künstlerischen Verankerung in beiden Hemisphären Deutschlands. Er flieht aus der DDR, fasst in Düsseldorf Fuß, studiert an der dortigen Akademie. In den 60er Jahren folgen Arbeits- und Wanderjahre. Atelieraufenthalt in New York, ausgedehnte Reisen durch Asien, Afrika, Lateinamerika. In den 70ern kehrte Uecker nach Düsseldorf zurück, wo er eine Lehrtätigkeit annahm. In insgesamt 20 Kapiteln – 20 Räumen – zeichnet die Ausstellung Werk- und Lebensphasen Ueckers nach. Metropolis stellt den Künstler vor.


Louis de Bernières: „Traum aus Stein und Federn“
In dem epischen Roman „Traum aus Stein und Federn“ macht Louis de Bernières eine vergessene Stadt im Südwesten Anatoliens zur Mitte der Welt. Er beschreibt, wie vor 100 Jahren Muslime und Christen, Griechen und Türken friedlich miteinander lebten. Es ist die Geschichte der kleinen Stadt Iskander, deren Figuren stellvertretend für die historischen Entwicklungen stehen. Der Untergang des Osmanischen Reichs wird geschildert, indem die ehemals friedlichen Nachbarn zu Mördern werden und die Toleranz stirbt. Am Ende wird auch die Stadt zerstört und nur Eidechsen leben noch in den Ruinen. Der Autor Louis de Bernières wurde 1954 in London geboren und wuchs im Nahen Osten auf. Sein Bestseller „Corellis Mandoline“ wurde mit Nicolas Cage und Penelope Cruz erfolgreich verfilmt. „Traum aus Stein und Federn“ ist in England auf Platz Eins der Bestsellerliste und soeben auch in Deutschland erschienen.

  • Louis de Bernierès: "Traum aus Stein und Federn". S.-Fischer-Verlag 2005. 670 Seiten. 19,90 €


Das Ende der globalen Utopie
Europäische Künstler und Philosophen stellen ihre Visionen einer vollends globalisierten Welt vor. Anstelle der Utopie einer vereinigten Welt steht der Nord-Süd-Konflikt im Zentrum ihrer Überlegungen. Der Philosoph Peter Sloterdijk beschreibt in seinem neuen Buch den „Weltinnenraum des Kapitals“: Im komfortablen „Kristallpalast“ sitzen 1,5 Mio. Globalisierungsgewinner, während die dreifache Zahl von Menschen vor der Tür steht. Der französische Bestseller-Autor und „Ärzte ohne Grenzen“-Gründer Jean-Christophe Rufin beschreibt in seinem Roman „Globalia“ die Metropolen der Zukunft als perfekte Glasglocken ohne Kriege, Alter und Vergangenheit, mit einer „Non-Zone“ außerhalb. Können wir noch verhindern, dass diese Visionen Wirklichkeit werden, oder ist es längst zu spät? Welche Anzeichen gibt es für eine neue Epoche nach der Globalisierung?

  • Peter Sloterdijk: “Im Weltinnenraum des Kapitals“. Suhrkamp 2005. Erscheint am 28.3. in Frankreich: “Bulles. Sphères I“. Artheme Fayard 2002
  • gerade erschienen : “Écumes. Sphères III“. Maren Sell éditeurs 2005
  • in Vorbereitung : “Sphères II“ und “Im Weltinnenraum des Kapitals“. Maren Sell éditeurs 2006

Die Syrische Braut
Der Film „Die Syrische Braut“ zeigt uns aus der alltäglichen Perspektive einer Familiengeschichte eine Region, die sonst nur im Nachrichtenblock abgebildet wird, meist unter den Vorzeichen von Tod und Gewalt. Regisseur Eran Riklis erzählt von einer Hochzeit in einem von Israel besetzten Gebiet nahe der syrischen Grenze. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. in Montreal und Locarno - METROPOLIS hat mit dem Regisseur und der Hauptdarstellerin Hiam Abbass gesprochen.


Kosher ist hip – Junge Juden in New York
That's New York: Hier gibt es die größte jüdische Gemeinde außerhalb Israels. Fast eine Million Juden wohnen im Big Apple. Traditionelles jüdisches Leben zwischen Arbeit und Tempel findet sich ebenso wie alle Formen der Assimilation. Jetzt bildet sich eine neue, junge, jüdische Kultur. Man spricht schon von der "generation jew". Das sind Juden, die ihre Wurzel entdeckt haben, dabei stolz sind, Juden sein. Sie bilden keine Gegenkultur, sondern verbinden modernen Lebensanspruch mit ihrer Tradition: Sie rocken, sie hiphoppen, sie gründen jüdische Hochglanz-Zeitschriften. In New York werden sie die „Superjuden“ genannt. Metropolis hat sie besucht.

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Metropolis


Informationen zur Sendereihe

Das deutsch-französische Kulturmagazin METROPOLIS auf Arte stellt jeweils sonnabends um 23.30 Uhr und sonntag um 17.50 Uhr Ereignisse, Persönlichkeiten und Hintergründe der europäischen Kulturszene vor.

Macroscope Film produziert im Auftrag des ZDF dafür acht Magazinfolgen und steuert darüber hinaus auch einige monothematische Sendungen bei. Im Jahr 2001 wurden zum Beispiel drei thematische Schwerpunkte aufbereitet: "Stadtwelten", "Garten-Kunst" und "Kinder".

Die einstündige Sendung hat in den letzten Jahren durch ihren ausgewogenen Mix von internationalen Reportagen, Porträts, Essays und Kommentaren einen hohen Aufmerksamkeitswert innerhalb der europäischen Kulturszene und Fernsehlandschaft erreicht.

Sendungsarchiv

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