besser lesen vom 17.10.2009
Literatursendungen gibt es viele, aber keine, die sich dem Sachbuch widmet, außer „besser lesen“ mit Walter Janson. Am 17. Oktober stellt er Ihnen wieder seine Favoriten vor. Hochpolitisch geht es zu in dieser Sendung und wir werfen einen Blick auf eine außergewöhnliche Familie. Gäste in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz sind dieses Mal der Historiker Julius H. Schoeps und die Ärztin Heike Groos.
"Ein schöner Tag zum Sterben. Als Bundeswehrärztin in Afghanistan.“ (Krüger 2009)
Als sie 2002 zu ihrem ersten Einsatz in Afghanistan weilt, kommt sich Heike Groos noch vor wie in einem Pfadfinderlager. Die Kameradschaft ist einmalig, die deutschen Soldaten sind gern gesehen, ihr Einsatz auf einem militärischen Notarztwagen Routine und sie hat engen Kontakt zu Krankenhäusern und Arztpraxen. Ein Jahr später ist alles anders: Im Juni 2003 sprengt ein Selbstmordattentäter sich und einen Bus mit Bundeswehrsoldaten in die Luft. Sie muss die Verletzten versorgen und die Toten bergen. Von da an ist alles anders und für sie steht fest: „Es herrscht Krieg“. Die Gefahr erschossen zu werden oder in die Luft zu fliegen ist allgegenwärtig. Wie dieses Attentat die Soldaten, ihren Einsatz als Ärztin, ihr Leben und das ihrer Familie verändert hat schildert sie eindringlich und anschaulich. Und sie fordert einen angemessenen Umgang mit den traumatisierten Soldaten, den deutschen Veteranen aus Afghanistan.
Heike Groos ist Notärztin. Sie diente monatelang als Oberstabsärztin der Bundeswehr in Afghanistan. 2007 quittiert sie den Dienst. Heute lebt sie mit ihren Kindern in Neuseeland.
“Das Erbe der Mendelssohns. Biographie einer Familie.“ (S. Fischer 2009)
Julius H. Schoeps ist mütterlicherseits ein Nachfahre der Familie Mendelssohn-Bartholdy. Von dem bedeutenden jüdischen Philosophen der Aufklärung Moses Mendelssohn, über den Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy bis zum bedeutenden Banker und Sammler Paul Mendelssohn entwirft er eine lebendige Biographie seiner Familie. Systematisch hat er die Lebenswege von sechs Generationen analysiert bis zu ihrem von den Nazis erzwungenen Niedergang. Es ist zugleich ein Blick auf zwei Jahrhunderte jüdische Geschichte in Deutschland.
Julius H: Schoeps ist Historiker und Kenner der deutsch-jüdischen Geschichte. Er lehrte bis zu seiner Emeritierung an der Universität Potsdam. Seit 1992 leitet er das Moses Mendelssohn Zentrum.

Heike Groos
"Ein schöner Tag zum Sterben. Als Bundeswehrärztin in Afghanistan“
(Krüger 2009)
Julius H. Schoeps
“Das Erbe der Mendelssohns. Biographie einer Familie“
(S. Fischer 2009)
Erstausstrahlung:
17.10.2009, 0.00 Uhr, SWR
Wiederholungen:
01.11.2009, 13.00 Uhr, Phoenix
01.11.2009, 22.30 Uhr, Phoenix
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Literatursendungen gibt es viele, aber keine, die sich dem Sachbuch widmet. Das hat sich jetzt SWR-Moderator Walter Janson in seiner Sendung "besser lesen" vorgenommen.
In diesem neuen Literaturformat des Südwestrundfunks geht es um aktuelle Sachbücher. Politische Biographien, Themen aus Geschichte oder Zeitgeschichte, Bücher, die für Diskussionen sorgen oder aber Geheimtipps, die zu entdecken es lohnt - Walter Janson stellt seine Favoriten vor. Die Menschen zum Lesen zu bringen und sie anzuregen, statt im Krimi auch einmal in einem Sachbuch zu schmökern, das ist sein Anliegen.
Walter Janson präsentiert während der Sendung zwei aktuelle Sachbücher im Gespräch mit den Autorinnen und Autoren. Wie sind sie zu dem Thema gekommen? Was sind die Hintergründe? Warum ist dieses Thema gerade jetzt interessant und lesenswert? Welche neuen Erkenntnisse gibt es?
In der Diskussion mit den Autoren geht Walter Janson solchen Fragen nach.Sein Ziel ist es, zum Lesen zu verführen, ganz nach dem Motto: "besser lesen" als die Zeit vergeuden, "besser lesen" und interessante neue Themen entdecken als gelangweilt in die Röhre schauen, "besser lesen" und neugierig sein auf das, worüber gerade gesprochen wird.
Informationen zum Moderator
Walter Janson
Volontariat "Straubinger Tagblatt" und "Deutsche Tagespost", Redakteur
Von 1977 bis 1983 freier Mitarbeiter für den SWF-Hörfunk in Mainz später auch für das Fernsehen, Reporter und Moderator.
1983 Landtagsreporter für die "Landesschau" in Mainz, 1986 stellvertretender Redaktionsleiter des Nachrichtenmagazins "Neues um Neun", Mitarbeit an der Konzeption der Sendung und Moderation.
1990 Abteilungsleiter "FS-Information und Projekte." Seit 1998 Mitglied der Beauftragtenkonferenz für PHOENIX, Entwicklung und Präsentation der Literatursendung "Schrifttypen".
1999 SWR-Studioleiter in Bonn, Chefkorrespondent und Kommentator mit den Themenschwerpunkten Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
2003 Abteilungsleiter in der FS-Chefredaktion Inland, Mainz, Projektleiter "Schlaglicht".




