zitat

Musik

Eine besondere Stärke der AVE liegt in der klassischen Musikproduktion. Die Bandbreite unserer Produktionen reicht von der großen Klassikgala für ein Millionenpublikum über klassische Konzertaufzeich-
nungen bis hin zu sensiblen und dichten Künstler-
portraits. Immer wieder stellen wir uns der Herausforderung, die Faszination der Musik und unsere hohe Achtung vor großen Künstlerpersönlichkeiten mit einer zeitgemäßen Umsetzung den Zuschauern nahe zu bringen. Eine hohe Affinität verbindet die AVE mit der jungen Künstlergeneration, die gerade in den letzten Jahren mit großem Erfolg die internationalen Podien für sich erobert hat.

In den letzten Jahren produzierte die AVE insbesondere hochwertige Dokumentationsreihen über „Junge Interpreten“ (u. a. mit der Geigerin Lisa Batiashvili, dem Schlagzeuger Martin Grubinger oder der Tänzerin Katja Wünsche), über die Artists in Residence bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpom-
mern (u. a. mit der Geigerin Julia Fischer, dem Cellisten Daniel Müller-Schott oder der Geigerin Viviane Hagner), über große Meister wie Gidon Kremer oder Mstislaw Rostropowitsch in der Interaktion mit jungen Musikern oder die Dokumentationsreihe „Abenteuer Klassik“ für ein junges Publikum mit dem Bundes-
jugendorchester. Dazu kommen Einzeldokumenta-
tionen (z. B. „Stark besaitet – Eine Liebeserklärung an die neuen Geigerinnen“), einzelne Konzertaufzeich-
nungen, wie „Monteverdi mit Rolando Villazón aus der Kathedrale von St. Denis“ sowie Klassikgala-Events, wie „Klassisch! Stars zu Gast bei Senta Berger“ oder „Stars von Morgen“.



 

 

Die aktuelle Sendung

Tzimon Barto - Mein Chopin

3sat Sa 20.02.10, 21:00 Uhr

Ein Film von Andreas Morell


Frédéric Chopin war das Genie der Spezialisierung, was Klavierkompositionen betrifft. Vielkönner Tzimon Barto, dessen Repertoire von Bach bis zur zeitgenössischen Musik reicht, fühlt sich speziell zu Chopin hingezogen. Dessen
„24 Préludes“ stellt er in enge Beziehung zu seinem eigenen Wesen.

Tzimon Barto ist derzeit eine der ungewöhnlichsten Persönlichkeiten am Piano: Der US-Amerikaner spricht fünf Sprachen fließend (darunter Deutsch), liest Hebräisch, Altgriechisch und Latein, lernt gerade Mandarin, schreibt an einem Buch mit über 3.000 Gedichten und Prosastücken, könnte dank Bodybuilding seinen Flügel vermutlich locker schultern – ach ja, und spielt Klavier auf Weltniveau. Der Chopin-Fan ist ein Mann der Gegensätze: Er tritt auf den berühmtesten Konzertbühnen der Welt auf, lebt aber zurückgezogen in Eustis, einer Kleinstadt in Florida. Er ist begeistert, dass es im alten Europa Fernsehsender gibt, die Klassikliebhabern einen Chopin-Schwerpunkt bieten können:

„Ein Chopin-Schwerpunkt wäre in den USA nicht möglich. Die Leute wollen hier nur sehen, was sie schon kennen – und sie kennen Chopin nicht. Deshalb sind solche Filme so wichtig, da sie immer eine neue Perspektive bringen, besonders wenn sie von einem Fremden kommt. Ich bin 1963 geboren und habe ein anderes Verhältnis zu Chopin als viele, die vor mir gespielt haben. Es gibt ein wunderschönes Zitat von Ezra Pound, dem großen amerikanischen Dichter: ‚Make it new.’ Das heißt nicht: ‚Zerstöre es.’ Das Heißt: ‚Nimm, was schon da ist und mache es neu.’ Aber das kann nur überzeugend gelingen, wenn man die Tradition kennt und gleichzeitig die moderne Zeit liebt. Aus diesem Grund müssen wir auch im Fernsehen die Sensibilität für große Kunst kultivieren und weitergeben, denn es sind unsere Ideale, die uns von den Tieren trennen. Die Kunst ist für mich neben der Religion das einzige Ideal – Kunst ist meine Religion.“





Kamera
Tobias Albrecht
Maik Behres

Licht
Mario Klapper

Ton
Tobias Ehleben
Niklas Schmincke

Tonmischung
Jörn Steinhoff

Schnitt
Uli Peschke

Sprecher
Oliver Boysen

Produktionsleitung
Linn Sackarnd

Producer
Bernhard v. Hülsen
Benedikt v. Bernstorff

Redaktion 3sat
Birgit Lorbeer

Sendungsarchiv

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