Schöne, heile Alpenwelt – nur ein Klischee?
Die Alpen - Europas größtes Gebirgsmassiv - verkörpern unbändige Natur und sind Sommer wie Winter zu einem attraktiven Freizeitparadies geworden. Mit ca. 120 Millionen Feriengästen sind die Alpen eine der größten Tourismusregionen der Welt. Denn in den Ferien sucht man das Ursprüngliche und beneidet die dort Einheimischen um ihre „natürlichen“ Lebensbedingungen. Aber kaum einem Besucher ist bewusst, dass in der Alpenregion 13 Millionen Menschen leben.
Während in den Tälern die Städte unaufhörlich wachsen, entvölkern sich wenige Kilometer weiter ganze Landstriche. Diese Regionen, verkörpern aber genau das Idealbild der Alpen: Graswiesen an steilen Hängen, Kuhweiden und Almen. Diese Flächen landwirtschaftlich zu nutzen ist aber weder lukrativ noch komfortabel. Bleiben sie ungenutzt, entsprechen sie nicht mehr den touristischen Vorstellungen vom Alpenidyll. Ein Dilemma, das für viele Alpenbewohner sehr oft mit einem Umzug ins Tal mit einem bequemeren Leben mündet.
Dort wo sich die Menschen der Landflucht widersetzen, ist es meist ein zäher Kampf ums wirtschaftliche Überleben. Oftmals wird der Tourismus zur einzigen Einnahmequelle. Die Folgen für die Kulturlandschaft der Alpen sind unübersehbar. Nicht selten zeigt sich mit gewaltigen Hotelkomplexen und zu Skipisten degradierten Hängen die hässliche Seite der Urlaubsparadiese. Doch es gibt alternative Entwicklungen.
Dörthe und Pierre machen sich heute auf ins Lötschental, einem der schönsten Walliser Täler und UNESCO-Welterbe. Mit sanftem Tourismus, im Einklang mit Natur und heimischer Kultur wehren sich hier die Bewohner gegen den Zerfall.
Erstausstrahlung am 28.11.2011




