zitat

Leben bis in den Tod - Sterbebegleitung in Deutschland

3 Sat Do 01.12.05, 20:15 Uhr

Ein Film von Markus Reher

Sterben ist ein natürlicher Teil des Lebens. – Manchmal allerdings, nach einer langen schweren Krankheit wie Krebs oder AIDS, kein einfacher. Und gerade deshalb sind Sterben und Tod in unserer Gesellschaft Tabus. Viele fürchten das langwierige und oft entwürdigende Martyrium der Intensivmedizin mit ihren Apparaten und Schläuchen, abgeschoben auf Krankenhausfluren, einsam im Leid.

Dabei könnte diese letzte Lebensphase selbst für schwerstkranke Menschen an Schrecken verlieren, wenn Schmerzen und Übelkeit, Atemnot und Angstzustände gelindert würden. Genau das hat sich die Palliativmedizin zum Ziel gesetzt: unheilbar kranken Menschen zu helfen, bis in den Tod menschenwürdig und möglichst beschwerdefrei zu leben. Hilfe im Sterben, anstatt Sterbehilfe.

Doch solche Hilfe erfordert Fachkenntnisse weit über das herkömmliche schulmedizinische Wissen hinaus, und vor allem verlangt sie ständige Einsatzbereitschaft. Sterbenskranke Menschen brauchen intensive Betreuung, mitunter 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Doch das ist derzeit nicht leistbar. Sterbende haben keine Lobby. Für die letzte Lebensphase ist im Gesundheitssystem kein Geld vorhanden. Aus palliativmedizinischer Sicht ist Deutschland Entwicklungsland.

Besonders prekär ist die Lage bei der ambulanten Versorgung, trotz gesundheitspolitischer Reformen der letzten Jahre, und obwohl die meisten Menschen am liebsten zu Hause, im Kreise ihrer Angehörigen und Freunde sterben würden. Nur aus hohem persönlichen Engagement von Ärzten, Pflegern und ehrenamtlichen Hospizhelfern entstanden vereinzelt Projekte ambulanter palliativmedizinischer Versorgung, immer am Rande des finanziellen Scheiterns. Palliativmedizin bleibt ein Stiefkind, und das in einem Land, das noch immer zu einem der reichsten in Europa zählt.

Unser Film zeigt, wie menschlich und würdig „Leben bis in den Tod“ sein kann: Im Raum Regensburg versorgt eine niedergelassene Ärztin mit Hilfe eines eingespielten Teams aus Intensivpflegern und Hospizhelfern Palliativpatienten zu Hause, finanziert lediglich durch Spenden und einen Förderverein. In Dresden hat es ein Pilotprojekt in die Regelfinanzierung des Gesundheitssystems geschafft. Ein Team aus Ärzten und Pflegepersonal leistet neben der Krankenhausarbeit auf der Palliativstation auch ambulante Hilfe zu Hause.

Erstausstrahlung:
01.12.2005, 20:15, 3 Sat

Dokumentationen

Geschichten spannend erzählen, Menschen nahe kommen, das Besondere im normalen zeigen und Kompliziertes verständlich machen – das leisten die Dokumentationen und Reportagen, die die AVE seit beinah drei Jahrzehnten für die öffentlich-rechtlichen und die privaten Sender produziert.

Erstklassige Autoren, hochwertige Bilder und anspruchsvolle Themen sind die Grundlage aller unserer Filme. Das Themenspektrum reicht dabei von Kultur über Gesellschaft bis hin zur Politik.

So liefert die AVE immer wieder anspruchsvolle Porträts über interessanten Persönlichkeiten für die Sendereihe „Mein Leben - Ma vie“, erzählt packende Geschichten direkten aus dem Leben für 37 Grad(ZDF), die story (WDR), 3sat oder erstellt scharfe politische Analysen für ARD und ZDF.    

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