Biografien
Die biographische Reihe "Mein Leben" portraitiert für den Kulturkanal Arte bedeutende zeitgenössische Persönlichkeiten aus so unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Gesellschaft, Sport und Wirtschaft.
Die Autoren werfen einen Blick hinter die Fassaden prominenter Familien und dokumentieren das mitunter turbulente Innenleben bekannter Vereine.
"Mein Leben" verzichtet auf eine Darstellung aus fremder Sicht. Die Portraitierten selbst berichten an jenem Ort, der für ihren Lebensweg bestimmend ist, von ihrer Karriere. Die entscheidenden Impulse für ihren Werdegang werden also aus der ganz persönlichen Innensicht dargestellt. Sorgfältig einmontierte Archivmaterialien ergänzen diese Selbstzeugnisse.
Paul Auster - Mein Leben - ma vie
„Ich hatte viel gelitten und gekämpft. Und dabei wollte ich die ganze Zeit nur Schriftsteller werden. Das war immer mein Traum – ein großer Schriftsteller sein – und damit bin ich im-mer wieder gescheitert.“ Der amerikanische Schriftsteller Paul Auster erinnert sich an seinen langen Weg vom mittelosen Studenten bis an die Spitze der Bestsellerlisten. Inzwischen gibt es über zwanzig Romane, in 34 Sprachen übersetzt, unzählige Essays und mehrere Filme von dem Autor, der im nächsten Februar seinen 60sten Geburtstag feiert.
Seit Jahrzehnten lebt Paul Auster zusammen mit seiner Frau Siri Hustvedt und Tochter So-phie in einem Reihenhaus in Brooklyn. New York ist sein Zuhause, der Schauplatz fast aller seiner Bücher und der einzige Ort an dem er sein kann. „New York ist mir der liebste Platz auf der ganzen Welt. Schon als Teenager habe ich davon geträumt hier zu leben“.
1965 zieht er von New Jersey nach Manhattan und schreibt sich in der Columbia Universität ein. Es war das Amerika der Bürgerbewegung und des Vietnam Krieges. Und Auster ist mit-ten drin als die Studentenbewegung ihren Höhepunkt erreicht. „Ich wurde Teil der Revoluti-on“, erinnert sich der schon mal mit dem Attribut bestaussehender Schriftsteller versehene Auster. Irgendwann wird es dem sensiblen Auster zuviel und er flieht vor der amerikanischen Politik nach Paris. Hier hofft er die nötige Ruhe zu finden um zu schreiben. Zwar liebt er die Stadt und findet Freunde fürs Leben, aber keinen beruflichen Erfolg, und er kehrt nach New York zurück.
Und diesmal bringt die Stadt dem zurückhaltenden Auster Glück: Seinen Durchbruch erzielte er 1986 mit der „New York Trilogie“, und Brooklyn ist der Schauplatz seines Film „Smoke“, der 1995 auf der Berlinale mit dem silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Wie in beinah al-len Auster Büchern geht es auch hier um Zufälle und Schicksalsschläge.
Solche hat Paul Auster im eigenen Leben auch hinnehmen müssen. Sie haben ihn geprägt: „Der Tod meines Vaters kam völlig überraschend. Einen Tag lebendig, den anderen tot. Das war wohl der nächste große Augenblick in meinem Leben. Denn das war der Moment an dem ich anfing über ihn zu schreiben. Ich fühlte ein unbeschreibliches Bedürfnis das zu tun. Plötzlich hatte ich etwas über das ich schreiben konnte. Und plötzlich war es mir egal, wie es klang.“
Und ein positives Ereignis prägt Auster bis heute: „Am 23. Februar 1981 lernte ich Siri Hustvedt kennen – und alles änderte sich. In der ersten Nacht in der wir uns begegneten sind, haben wir uns ineinander verliebten und sind seitdem zusammen. Das sind nun über 25 Jahre. Und diese Frau hat mich im wahrsten Sinne des Wortes gerettet.
Paul Auster lädt Victor Grandits und Jessica Krauss sein Haus nach New York ein, und er-zählt sehr offen über die Stationen seinen Lebens, seine Niederlagen und Erfolge.
Eine Produktion von Macroscope Film




