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Biografien

Die biographische Reihe "Mein Leben" portraitiert für den Kulturkanal Arte bedeutende zeitgenössische Persönlichkeiten aus so unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Gesellschaft, Sport und Wirtschaft.

Die Autoren werfen einen Blick hinter die Fassaden prominenter Familien und dokumentieren das mitunter turbulente Innenleben bekannter Vereine.

"Mein Leben" verzichtet auf eine Darstellung aus fremder Sicht. Die Portraitierten selbst berichten an jenem Ort, der für ihren Lebensweg bestimmend ist, von ihrer Karriere. Die entscheidenden Impulse für ihren Werdegang werden also aus der ganz persönlichen Innensicht dargestellt. Sorgfältig einmontierte Archivmaterialien ergänzen diese Selbstzeugnisse.  

Weitere Filme aus der Reihe Biografien finden Sie im Archiv

Nana Mouskouri - Mein Leben - ma vie

ARTE Sa 22.07.06, 17:45 Uhr

Markenzeichen: eine dunkle Hornbrille, Madonnenscheitel, lange, fließende Gewänder. Die Künstlerin präsentiert sich auf der Bühne mit einer Aura "anziehender Unantastbarkeit". Als Person besticht sie durch ihre Natürlichkeit  und mit ihrer Stimme.

Nana Mouskouri bereist die Welt, um sich auf einer gigantischen Abschiedstournee von ihrem Publikum zu verabschieden. Sie will aufhören zu singen.

Horst Mühlenbeck hat Nana Mouskouri für die Biographie-Reihe "Ma Vie/Mein Leben" auf ihrer Abschieds-Tour mit der Kamera begleitet und ihr letztes Deutschland-Konzert im ICC Berlin aufgezeichnet. 5000 Fans haben die Künstlerin ein letztes Mal frenetisch gefeiert. Mouskouri besucht im Film die Orte ihrer Kindheit und die Stätten ihrer ersten Erfolge in Athen, spricht an Ihrem Wohnort in Genf vorbehaltlos über Familie, Ansichten, politisches Engagement und ihren Lebensinhalt: die Musik.

Sie zeigt sich als zielstrebige und sensible Künstlerin, die mit ihrer Stimme Millionen Menschen bewegt hat, die in der Familie und an der Seite ihres Partners und Produzenten André Chapelle Rückhalt auch in schwierigen Zeiten gefunden hat.

Die griechische Sängerin Nana Mouskouri ist ein Weltstar. In den letzten 40 Jahren hat die ausgebildete Opernsängerin ein Repertoire entwickelt, das von Klassik über Chanson bis zu Jazz und Gospel reicht. Mit ihren Schlager- und Folkloreinterpretationen hat sie über 300 goldene Schallplatten eingesungen. Weltweit gingen mehr als 50 Millionen Platten über den Ladentisch. Nana Mouskouri ist in zweiter Ehe mit dem französischen Produzenten André Chapelle verheiratet und hat aus erster Ehe mit dem griechischen Komponisten Georges Petsilas zwei Kinder. Der Sohn Nicolas ist Designer und Tochter Elena arbeitet als Schauspielerin. Nana Mouskouri lebt in Genf, Paris und Athen.

Nana Mouskouri wird am 13. Oktober 1934 in Athen geboren. Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf. Der Vater ist Filmvorführer in einem Freilichtkino. Als Kind hat Nana mit Komplexen zu kämpfen. Sie kommt sich wie ein "hässliches Entlein" vor. Ein schüchternes, pummeliges Mädchen mit einer dicken Hornbrille. Selbstbewusstsein entwickelt Nana nur, wenn sie singt. Wie ihre jüngere Schwester absolviert sie eine klassische Gesangsausbildung am Athener Konservatorium.

Sie interessiert sich von frühester Jugend an für neue Musikstile und debütiert als Jazzsängerin im Athener Rundfunk. Da ist sie gerade mal 20 Jahre alt. Sie produziert 1959 eine Schallplatte mit griechischen Chansons und gewinnt verschiedene Festivals. Als sie das Mittelmeer-Festival in Barcelona gewinnt, werden französische Schallplattenproduzenten auf sie aufmerksam und holen sie nach Paris. Sie singt von nun an in verschiedenen Sprachen und geht auf Tournee. 1961 singt sie eine Filmmusik auf Deutsch ein. Ihr Lied "Weiße Rosen aus Athen" verhilft ihr in Deutschland zum Durchbruch. Sie bekommt dafür ihre erste goldene Schallplatte.
Harry Belafonte nimmt Nana Mouskouri 1964 mit auf Konzerttournee. Mit verändertem Repertoire und rauchig-erotischem Timbre in der Stimme, gelingt es der Sängerin, auch in Amerika Fuß zu fassen. Quincy Jones produziert ein spektakuläres Jazz-Album mit ihr, das aber erst vierzig Jahre später in Europa und weltweit zum Renner wird. In Deutschland ist sie mit poetisch eher schlichten Schlagern bekannt geworden. Ihre Vielseitigkeit ist lange Zeit unterschätzt worden. Ein Jazzalbum mit Big Band bringt sie in Europa erst 2003 heraus und geht mit großem Erfolg auf Tournee.

Nana Mouskouri ist 20 Jahre lang - während der Militärdiktatur - nicht in Griechenland aufgetreten. Ihr Konzert im antiken Amphitheater auf der Athener Akropolis wird 1984 zum größten Triumph ihrer Karriere. Ihre Freunde Melina Merkouri und Mikis Theodorakis feiern sie. Für ihr Publikum wird sie mit griechischer Folklore zur Ikone. Eine Botschafterin von Demokratie und Freiheit.

Nana Mouskouri setzt sich für die Menschenrechte ein. Fünf Jahre gehört sie dem Europaparlament an. Und als Sonderbotschafterin des Kinderhilfswerks UNICEF kämpft sie seit 1993 für Frieden und Gerechtigkeit.

Paris wird Nana Mouskouris künstlerische Wahlheimat. Hier produziert sie ihre Lieder und Chansons, mit denen sie im berühmten Olympia auftritt. Sie gehört zu den unbestrittenen Stars der französischen Liederszene, wie ihre großen Kollegen Juliette Greco und Gilbert Becaud. Als Sängerin ist Nana Mouskouri in Frankreich ein Idol. Hier feiert sie ihre wichtigsten Erfolge. Zusammen mit ihren Kollegen, dem Schauspieler und Sänger Charles Aznavour und dem Jazz-Violinisten Stephane Grapelli wird Nana Mouskouri 1997 im Elysee-Palast von Staatspräsident Jacques Chirac für ihr Lebenswerk, ihre künstlerischen Verdienste und ihr politisch-humanitäres Engagement in die französische Ehrenlegion aufgenommen.

Eine Produktion von Macroscope Film

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