Biografien
Die biographische Reihe "Mein Leben" portraitiert für den Kulturkanal Arte bedeutende zeitgenössische Persönlichkeiten aus so unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Gesellschaft, Sport und Wirtschaft.
Die Autoren werfen einen Blick hinter die Fassaden prominenter Familien und dokumentieren das mitunter turbulente Innenleben bekannter Vereine.
"Mein Leben" verzichtet auf eine Darstellung aus fremder Sicht. Die Portraitierten selbst berichten an jenem Ort, der für ihren Lebensweg bestimmend ist, von ihrer Karriere. Die entscheidenden Impulse für ihren Werdegang werden also aus der ganz persönlichen Innensicht dargestellt. Sorgfältig einmontierte Archivmaterialien ergänzen diese Selbstzeugnisse.
Irene Dische - Mein Leben, ma vie
„It’s a family slogan: Man darf nicht traurig sein!“ Die deutsch-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin Irene Dische ist Grenzgängerin. Sie ist eine Frau mit scharfem Blick, die in kein Raster passt. Ihr autobiografischer Roman „Großmama packt aus“ machte Furore. So ungewöhnlich wie die Person, ist Irene Dische auch eine außergewöhnliche Schriftstellerin. Denn dass man autobiographische Romane auch anders schreiben kann, beweist sie in ihrem Werk, in dem nicht sie selbst die Erzählerin ist, sondern aus der kritischen Sicht ihrer Großmutter Elisabeth, die Familiengeschichte aufrollt – denn die Familie ist Ausgangs- und Inspirationsquelle für die Autorin.
Irene Dische wurde 1952 als Tochter deutschstämmiger jüdischer Emigranten in New York geboren. Ihr Vater war ein berühmter Biochemiker, die Mutter arbeitete als Pathologin in der Gerichtsmedizin. Ungeachtet der jüdischen Herkunft der Eltern wurde die Tochter streng katholisch erzogen. Irene Dische war immer wieder zum Ausbruch zumute. Von ihren Eltern als „rebellisch“ beschrieben – von ihrer Großmutter als „verwegen“, lehnte sie ein Studium zunächst einmal ab und reiste als 17jährige Tramperin nach Nordafrika. Sie wollte die Welt entdecken. Auf Umwegen lernte sie den berühmten Paläontologen Louis Leakey in Kenya kennen, und arbeitete zwei Jahre mit ihm zusammen. Als Leakey starb, studierte sie Anthropologie und dann später Literatur an der amerikanischen Havard University. Erst nach dem Studium kam sie dem Schreiben näher und arbeitete als freie Journalistin für den „New Yorker“ und „The Nation“ aber auch für „DIE ZEIT“ und „Transatlantik“.
Wir treffen Irene Dische in ihrem Landhaus in Rhinebeck in der Nähe von New York. In Rhinebeck lernen wir die ihr nahe stehenden Menschen kennen, wie ihre gerade aus Beirut zurückgekehrte Tochter Emily, der sie dabei hilft, ihr erstes Buch zu Ende zu schreiben; ihren Mann, dem Strafverteidiger Nicolas Becker und ihren Bruder „Carlchen“.
Wir begegnen einer selbstbewussten, starken Frau im Umgang mit einer tragischen Familiengeschichte und auf der Suche nach neuen Inspirationen. Den Humor hat Irene Dische dabei nicht verlernt. Einzigartige Filmausschnitte aus dem privaten Familienarchiv und aber auch Ausschnitte aus ihrem viel beachteten Dokumentarfilm über ihren an Alzheimer erkrankten Vater „Zacharias“ (1986), verdichten das komplexe Bild einer mutigen Frau, die sich den Fragen ihrer Familiengeschichte nicht verwehrt, und die selbstkritisch ihre Rolle als Schriftstellerin reflektiert.
Eine Produktion von Macroscope Film




