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Biografien

Die biographische Reihe "Mein Leben" portraitiert für den Kulturkanal Arte bedeutende zeitgenössische Persönlichkeiten aus so unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Gesellschaft, Sport und Wirtschaft.

Die Autoren werfen einen Blick hinter die Fassaden prominenter Familien und dokumentieren das mitunter turbulente Innenleben bekannter Vereine.

"Mein Leben" verzichtet auf eine Darstellung aus fremder Sicht. Die Portraitierten selbst berichten an jenem Ort, der für ihren Lebensweg bestimmend ist, von ihrer Karriere. Die entscheidenden Impulse für ihren Werdegang werden also aus der ganz persönlichen Innensicht dargestellt. Sorgfältig einmontierte Archivmaterialien ergänzen diese Selbstzeugnisse.  

Weitere Filme aus der Reihe Biografien finden Sie im Archiv

Gerd Harry Lybke - Mein Leben - ma vie

ARTE Sa 03.02.07, 17:30 Uhr

Es gehe alles um Freundschaft im Leben, aber er habe auch Respekt vor dem Geld! Eigentlich möchte der Leipziger Galerist Gerd Harry Lybke nicht so viele Worte machen. Doch in „Ma vie“ äußert sich der Kunstmanager, der nach der Wende fast im Alleingang einen Boom der zeitgenössischen Malerei ausgelöst hat, über Stationen seines Lebens und lässt seltene Einblicke in seine Arbeit zu.

Um seinen Unterhalt zu verdienen, verdingte „Judy“ Lybke sich ab 1981 an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst als Aktmodell. Dort lehren zu dieser Zeit Werner Tübke, Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer, Künstler, die seit den Siebziger Jahren mit dem Markennamen „Leipziger Schule“ verbunden sind. Dort trifft Lybke auf Neo Rauch, den heute wohl bekanntesten Vertreter der sogenannten „Neuen Leipziger Schule“.

Nach zwei Jahren intensivem Kontakt mit den Malern macht Lybke aus seinen eigenen vier Wänden eine Galerie. Von der Stasi überwacht, ohne Verkaufserlaubnis oder Anrecht auf Besuch ausländischer Messen, mausert sich der einstige Hobby-Galerist zum gewieften Brancheninsider, der mit der Gründung der Galerie Eigen+Art sukzessive zu einer Instanz des ostdeutschen Kunstbetriebs wird.

Das Underground-Unternehmen Eigen+Art avanciert zur Kultgalerie, die auch im Westen immer mehr Anhänger findet. Als die Mauer fällt, prescht Lybke nach vorn. Was er dann 1992 auf der Armory Messe in New York leistet, kommt einem Quantensprung deutscher Kunstvermarktung gleich. In einer Zeit, in der alle Welt für Video- und Installationskunst schwärmt, gelingt ihm das Kunststück, gegenständliche Malerei in den Fokus zu setzen.

Vom unangepassten Bohème zum Global Player der Kunstszene – abgehobene Starallüren sind Lybke trotz seines steilen Aufstiegs und seiner Machtposition fremd. Er versteht es, den Balanceakt zwischen abgebrühtem Geschäftsmann und beratendem Freund zu meistern. Sein Hauptinteresse gilt dabei immer der künstlerischen Vision seiner Schützlinge.

Wir begleiten Gerd Harry Lybke in seiner Leipziger Heimatstadt, besuchen den Ableger der Galerie „Eigen + Art“ in Berlins Mitte, begeben uns zur Armory Show nach New York und sind dabei, wenn Lybke Sammler empfängt. 

Eine Produktion von Macroscope Film



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