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Biografien

Die biographische Reihe "Mein Leben" portraitiert für den Kulturkanal Arte bedeutende zeitgenössische Persönlichkeiten aus so unterschiedlichen Bereichen wie Kultur, Gesellschaft, Sport und Wirtschaft.

Die Autoren werfen einen Blick hinter die Fassaden prominenter Familien und dokumentieren das mitunter turbulente Innenleben bekannter Vereine.

"Mein Leben" verzichtet auf eine Darstellung aus fremder Sicht. Die Portraitierten selbst berichten an jenem Ort, der für ihren Lebensweg bestimmend ist, von ihrer Karriere. Die entscheidenden Impulse für ihren Werdegang werden also aus der ganz persönlichen Innensicht dargestellt. Sorgfältig einmontierte Archivmaterialien ergänzen diese Selbstzeugnisse.  

Weitere Filme aus der Reihe Biografien finden Sie im Archiv

Georg Stefan Troller - Mein Leben - ma vie

ARTE Sa 19.02.05, 14:00 Uhr

Als Doyen des Dokumentarfilms ist Georg Stefan Troller eine lebende Legende. Sein Spezialgebiet: Das Leben anderer Menschen. Wie kein anderer rückte er Prominenten von Edith Piaf über Somerset Maugham bis Muhammad Ali, und Unbekannten wie dem Vietnamveteranen Ron Kovic mit der Kamera und seinen schonungslosen Fragen auf den Leib. Nur indem er immer wieder in die Haut anderer schlüpfte, habe er sich vor seinen Neurosen, seiner eigenen Lebensangst retten können, bekennt er in diesem Porträt von Gero von Boehm.

Aber wie verlief sein eigenes Leben? Welche Höhen und Tiefen, Erfolge und Brüche gab es? Georg Stefan Troller wird als Sohn eines jüdischen Pelzhändlers 1921 in Wien geboren. Sehr früh spürt er den aufkeimenden Antisemitismus und zieht daraus seine Konsequenz: er emigriert. Gero von Boehm führt er zu seinem Geburtshaus am Rudolfplatz, zur ehemaligen Familienvilla in Mödling und erzählt von den dramatischen Umständen seiner Flucht 1938 - quer durch Europa. In Frankreich wird er interniert. "Das Schlimmste am Lagerleben war für mich, dass es keine Bücher gab", sagt Troller.

Später schlägt er sich nach Paris durch. Für den Film begibt er sich noch einmal auf die Spurensuche des eigenen Lebens: in die Rue Mouffetard, wo er als 17-Jähriger oft verzweifelt nach etwas Essbarem sucht. Wenig später verlässt er den alten Kontinent mit einem Schiff von Marseille aus und gelangt nach New York, wo er sich als Akkordarbeiter - und später Buchbinder - durchschlägt. Als GI nimmt er am Zweiten Weltkrieg teil, kehrt nach Europa und nach Deutschland zurück und gehört zu den Befreiern des Konzentrationslagers Dachau. Troller sieht die Leichenberge und ist schockiert, als die Dachauer ihm sagen, sie hätten von nichts gewusst. Seine Eltern sah er übrigens nie mehr wieder, auch sie kamen in einem der Konzentrationslager um.

Eine Produktion von Macroscope Film

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